Bericht im Betriebsausschuss Melle gibt mehr Trinkwasser ab als vorgesehen

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Melle. Drei der neun Trinkwasserbehälter im Stadtgebiet sind sanierungsbedürftig, berichtete Klaus Leimbrock im Betriebsausschuss der Stadt und hatte zudem Zahlen zum Hitzesommer 2018 parat. Normalerweise kann die Stadt bis zu 7500 Kubikmeter Trinkwasser täglich abgeben, jetzt waren es an gleich elf Tagen deutlich mehr, einmal über 9000.

Eine Fachfirma hat Berechnungen in puncto Sanierung der Behälter durchgeführt. Positiv: Alle drei sind sanierungsfähig. Mit Bildmaterial belegte der Leiter des Wasserwerkes, dass aber die „Gebrauchstauglichkeit“ nur noch eingeschränkt vorhanden sei. Den Sanierungskosten stellte er die Aufwendungen für einen möglichen Neubau gegenüber. So würde eine Aufarbeitung des Trinkwasserbehälters in Gesmold 460.000 Euro kosten, ein Neubau 490.000. In Wellingholzhausen stehen 750.000 Euro für eine Sanierung eine Million für einen Neubau gegenüber. In Neuenkirchen wären es 640.000 oder 755.000 Euro.

„Wir haben nicht damit gerechnet, dass Neubauten eine wirtschaftliche Alternative sind“, betonte Leimbrock. Nun seien einige Fragen zu klären, unter anderem Standorte im Neubau-Falle: „Antworten werden wir nicht so schnell haben.“

„Deutlich unter dem Durchschnitt der Vorjahre“

Zum Niederschlag zwischen Januar und Juli, der in Wellingholzhausen und Melle-Mitte gemessen wurde, sagte Leimbrock: „Deutlich unter dem Durchschnitt der Vorjahre.“ Die Menge des geförderten Wassers liege folgerichtig über Schnitt.

„Sieben bis acht städtische Einrichtungen“ unter den Top 20 Wasserverbrauchern

Zum Bericht im „Meller Kreisblatt“, in dem im gesamten Stadtgebiet zum Wassersparen im heißen Sommer aufgerufen wird, hatte der Betriebsleiter folgende Daten parat: Die Tagesabgabemenge an Trinkwasser liege bei den angeschlossenen Haushalten und Unternehmen im Durchschnitt bei 5500 Kubikmetern (m3). Gefördert werden können im Normalfall bis zu 7500 m3. „In den Vorjahren sind wir selten über 8000 Kubik gekommen.“ Ab dem 23. Juli lag die Fördermenge aber an zehn aufeinanderfolgenden Tagen bei über 8000 Kubikmetern, am 3. August wurde der Rekordwert von 9073 m3 gemessen. Möglichkeiten für die Zukunft könnten sein, mehr Trinkwasser aus Herford-West zu beziehen, das Wasserversorgungskonzept Landkreis Osnabrück einzubeziehen und nach Lösungen für Großverbraucher zu suchen: Unter den Top 20 im Grönegau sind nach Angaben Leimbrocks „sieben bis acht städtische Einrichtungen“.

Regenwassernutzung

Da die Stadt wächst, ist, wie der Ausschussvorsitzende Jan Lütkemeyer (CDU) betonte, ein höherer Verbrauch nur logisch und deshalb müssten Lösungen her. George Trenkler (Bündnis 90/Die Grünen) regte an, massiv in die Regenwassernutzung einzusteigen. Das könne für Gartenbewässerung und Toilettenspülungen genutzt werden. „Das ist dann schon ein kleiner Puffer.“

„Teilweise stagnierend, manchmal ansteigend, manchmal weniger“

Außerdem wollte Lütkemeyer von Leimbrock wissen: „Wie sieht es mit der Entwicklung der Nitratwerte aus?“ Die Antwort fiel wenig erhellend aus: „Teilweise ist es stagnierend, manchmal leicht ansteigend, manchmal leicht weniger.“

Höherer Jahresgewinn

In seinem Bericht wies Leimbrock zudem darauf hin, dass der Jahresgewinn zum Halbjahresende mit 122.000 Euro höher ausfalle als gedacht.

Einstimmig beschloss das Gremium, den Jahresüberschuss aus 2012 (495.000 Euro) in die allgemeine Rücklage des Wasserwerkes umzubuchen.

Zu einer möglichen Sanierung des Verwaltungsgebäudes des Werks wollte sich Leimbrock „in großer Runde“ nicht äußern: „Aber in einen Container müssen wir noch nicht ziehen.“


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