zuletzt aktualisiert vor

Einwohner melden sich zu Wort Gesmolder üben harsche Kritik an der Stadt Melle

Meine Nachrichten

Um das Thema Melle Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Der Totalausfall des Telefonnetzes sorgte bei der letztjährigen Kirmes für Ärger. In diesem Jahr soll es funktionieren. Foto: dpaDer Totalausfall des Telefonnetzes sorgte bei der letztjährigen Kirmes für Ärger. In diesem Jahr soll es funktionieren. Foto: dpa

Melle. Harsche Kritik und dringende Appelle an die Stadt bestimmten die Sitzung des Gesmolder Ortsrates am Mittwochabend.

Gesmold Unter anderem wurden der Stadt „Untätigkeit beim Hochwasserschutz“ und „nicht eingelöste Versprechungen zur Sanierung der Sanitäranlagen am Sportplatz“ vorgeworfen. Außerdem drohe bei der Kirmes ein erneuter Zusammenbruch des Telefonnetzes und damit ein eklatantes Sicherheitsproblem.

Totalausfall im Vorjahr

„Wir müssen heute mit der Arbeit anfangen“, forderte Reinhold Kassing (CDU) sofortige Maßnahmen zur Stabilisierung des Telefonnetzes vor der Gesmolder Kirmes. Der Sprecher des Arbeitskreises Kirmes erinnerte an den Totalausfall im Vorjahr, der auch die Kommunikation von Rettungsdiensten und Polizei zum Erliegen gebracht hätte. „Anfang September muss alles verlässlich funktionieren“, versprach Ortsbürgermeister Michael Weßler (CDU), sofort direkten Kontakt zum Meller Bürgermeister aufzunehmen.

„Bei der von der Stadt zugesagten Sanierung der Sanitäranlagen am Sportplatz hat sich noch gar nichts getan, es hat auch noch keine Ortsbesichtigung stattgefunden“, berichtete Niklas Schulke (CDU) aus dem Arbeitskreis Spiel-, Sport- und Parkanlagen. „Dabei handelt es sich immerhin um eine Zusage der Nummer Eins der Stadt, wir müssen den Bürgermeister der Stadt beim Wort nehmen“, ergänzte der stellvertretende Ortsbürgermeister Thomas Schulke (CDU).

Angst vor Hochwasser

Der Reigen der Kritik an der Stadt war schon zum Beginn der Sitzung in der 30 Minuten dauernden Einwohnerfragestunde eröffnet worden. Von den neun Bürgern meldeten sich sechs zu Wort. „Wenn der nächste Starkregen kommt, haben wir wieder den Keller voll Wasser“, beklagte sich Hubert Klamer über zugewachsene und nicht ausreichend gepflegte Gräben an der Westerhausener Straße.

Auch eine aktuelle Bodenauffüllung in der Nähe werde die Hochwassergefahr für Häuser in der „Badewanne“ nur weiter verschärfen, ergänzte Werner Fricke. Eine Einbeziehung der Ortskenntnis der Anwohner und mehr Transparenz forderte Franz-Josef Pabst. Michael Weßler kündigte an, sich für einen Termin mit Fachleuten und Anwohnern vor Ort einzusetzen.

„In den vergangenen acht Jahren ist nichts erreicht worden“, bemängelte Ansgar Rietmann in der Einwohnerfragestunde den Stillstand beim aktiven Hochwasserschutz. „Für mich ist das Kernproblem, dass die Stadt den Flächeneigentümern an den oberen Hasezuläufen keine Angebote macht, bisher gibt es auch keine Entschädigungsvorschläge für die Einrichtung eventueller neuer Überschwemmungsbereiche“, ergänzte er. Diese Position unterstützte Reinhold Kassing später in der Sitzung: „Angebote sind der Schlüssel für den aktiven Hochwasserschutz.“

„Wir kommen bei der Regenrückhaltung am Oberlauf einfach nicht weiter, deshalb sollten wir wenigstens die wichtigsten Gräben in den gefährdeten Gebieten in Ordnung bringen“, meinte ein pessimistischer Michael Stieve (CDU). Auch Michael Weßler glaubt nicht mehr daran, dass die ursprünglich anvisierten 300000 Kubikmeter Rückhaltung noch erreicht werden können, aber 150000 Kubikmeter hält er für möglich.


Notizen aus der Sitzung:

Lärmschutzwand

Die Frage von Einwohner Ansgar Rietmann, warum ein Teil der Autobahnanwohner ein Recht auf eine Lärmschutzwand hat und ein anderer Teil nicht, konnte in der zweieinviertel Stunden dauernden Sitzung nicht abschließend geklärt werden.

„Der jetzt geplante 294 Meter lange Lärmschutz ist immerhin ein Anfang“, meinte der Ortsratsvorsitzende Michael Weßler.

Die Auswahl des Teilstücks basiere auf Berechnungen und nicht auf Messungen. „An anderen Autobahnen gibt es Wälle und Wände entlang von Kuhwiesen und Parkplätzen“, beklagte SPD-Fraktionsvorsitzender Bastian Schäfer die schlechtere Behandlung von Anwohnern der A 30.

Radweg zu eng

„Der Radweg von Gesmold zur Bifurkation hat Schäden und ist zu eng“, meinte Wilhelm Dieme in der Einwohnerfragestunde. „Die Schadstellen müssen repariert werden, und wir denken über einen neuen Belag nach“, antwortete Michael Weßler. Einen „grundsätzlich guten bis befriedigenden Zustand“ bescheinigte Christian Haferkamp (CDU) den Radwegen im Stadtteil Gesmold.

Allerdings nannte der Sprecher des Arbeitskreises Straßen, Wegeseitenränder und Gewässer neben dem schlechten Zustand der Elsepromenade auch noch eine extreme Gefahrenstelle: An der Ausfahrt vom Gewerbegebiet auf die Westerhausener Straße verdeckt ein großes Hinweisschild auf die Firmen die Sicht der Autofahrer auf die Radler. Dieses Schild müsse dringend versetzt werden, forderte das Stadtteilparlament.

Mehr Blühstreifen

Einstimmig empfahl der Ortsrat der Stadtverwaltung, nördlich des Lohs und westlich der Kläranlage auf kommunalen Flächen neue Blühstreifen anzulegen.

Schnelleres Internet

„Der Ausbau des Glasfasernetzes in Dratum-Ausbergen, auf dem Schimm und an der Warringhofer Straße schreitet voran“, gab der Ortsbürgermeister bekannt. Die Fertigstellung der Hausanschlüsse sei bis Weihnachten zu erwarten.

Keine Bewässerung

Wegen der lang anhaltenden Trockenheit in diesem Sommer musste die Bewässerung des Sportplatzes zeitweise eingestellt werden, informierte Bürgerbüroleiterin Sabine Schlüter. Inzwischen sei eine reduzierte Bewässerung aber wieder zulässig, teilte sie mit.

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN