Großbaustelle an der Osnabrücker Straße Neue Brücke in Bruchmühlen ist fast fertig

Von Marita Kammeier

Meine Nachrichten

Um das Thema Melle Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Bruchmühlen/Rödinghausen. Die Großbaustelle an der Osnabrücker Straße fällt jedem Autofahrer sofort ins Auge. Wer kurz hinter Bruchmühlen in Richtung Bünde fährt, der wundert sich über die riesige Brücke am Schäferweg. Die Fertigstellung ist Anfang Oktober geplant.

Das gewaltige Brückenbauwerk über die Gleisanlagen wird das Verkehrsnetz von Bruchmühlen entscheidend verändern. Mit einem Investitionsvolumen von sieben Millionen Euro soll der Projektabschluss im Frühjahr 2019 sein.

Die Planung geht zurück auf Gespräche des Kreises Herford mit der Gemeinde Rödinghausen aus dem Jahr 2000. Ein Verkehrskonzept sowie -zählung prognostizierten damals bis zum Jahr 2029 eine Zunahme, insbesondere des Lkw-Verkehrs aus dem Gewerbegebiet, von 30 Prozent. Ein weiterer Grund für den Neubau sei, dass Autofahrer täglich erhebliche Wartezeiten an den Bahnschranken in Kauf nehmen müssten.

Das Ziel der Baumaßnahme, eine Kooperation des Kreises Herford, der Gemeinde Rödinghausen sowie der DB Netz AG, Hannover, lautet daher: „Der gefährliche Bahnübergang muss weg, um die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu garantieren.“

Genau im Zeitplan

„Es geht zügig voran, die Baumaßnahmen liegen im Zeitplan“, erklärt Petra Scholz, Pressesprecherin des Kreises Herford. Ein Blick von der neuen Brücke führt auf enorme Erdmassen und -hügel, die kontinuierlich von Baggern und Radladern bearbeitet werden. Ein angeschütteter Damm zwischen der Osnabrücker Straße und der Autobahn A 30 lässt bereits die geplante Straßenführung erahnen.

Hier entstehen im zweiten Bauabschnitt bis Anfang Oktober die neuen Zufahrten sowie das Regenrückhaltebecken. Früher stand hier ein Bauernhof. Jetzt wird auf einer Länge von 340 Metern die neue Straße gebaut. Anschließend wird der seit Wochen gesperrte Studieker Weg wieder an den Schäferweg angeschlossen.

Sinn ist nicht klar

Die Bahnbrücke am Schäferweg benötigt eine längere Auffahrt. Dafür wurden zwei Bauernhöfe und ein Wohnhaus abgerissen. Stehengeblieben ist das Haus von Familie Häcker in direkter Lage zur Brücke. „Ich weiß nicht, ob das ein Glück ist“, sagt Ralf Häcker, der die Baufortschritte für seine Enkelkinder fotografisch dokumentiert.

„Der Sinn ist mir nicht klar“, sagt Kerstin Häcker. „Aus unserer Sicht ist das überflüssig und eine Verschwendung von Steuergeldern. Echte Not mit extremen Staus ist doch in Bruchmühlen, aber nicht hier.“ Ralf Häcker ergänzt: „Für das Geld lieber marode Straßen sanieren.“

Im Zuge der Neuplanung soll der Else-Werre-Radweg über die Querungshilfe geführt werden und ab dem jetzigen Bahnübergang Schäferweg in Richtung Osten zurückgebaut werden.

Der dritte Bauabschnitt mit einer Vollsperrung der Osnabrücker Straße soll von März bis Mai 2019 erfolgen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN