Diskussion bei Infoveranstaltung Vierter Tag für Gesmolder Kirmes im Gespräch

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Die Überlegungen zur Ausweitung der Kirmes spalten in Melles Stadtteil Gesmold die Gemüter. Foto: Christina WiesmannDie Überlegungen zur Ausweitung der Kirmes spalten in Melles Stadtteil Gesmold die Gemüter. Foto: Christina Wiesmann

Gesmold. Ein Plus an Attraktivität für das größte Volksfest im Grönegau oder nur eine weitere schlaflose Nacht? Die Überlegungen zur Ausweitung der Kirmes spalten in Melles Stadtteil Gesmold die Gemüter. Bei einer Informationsveranstaltung kamen im Gasthaus Kellersmann Befürworter wie Kritiker zu Wort.

57 Nein-Stimmen, 47 Ja-Stimmen, 12 Enthaltungen: So bunt wie das Ergebnis der – nicht repräsentativen – Abstimmung war das Meinungsbild, das sich in engagierten Beiträgen darbot. Auch 1969 war die Entscheidung nicht unumstritten. Doch die Ausweitung der Gesmolder Kirmes auf den Samstag hat sich seither fest etabliert. In 2019 und damit genau 50 Jahre später könnte der Freitag als vierter Kirmestag hinzukommen.

Attraktiv bleiben

„Wie können wir dafür sorgen, dass die Kirmes attraktiv bleibt?“ Diese Frage stellte sich nach Aussage von Ortsbürgermeister Michael Weßler in einem Gespräch des Arbeitskreises Kirmes mit Vertretern von Schaustellern und Wirten. Einige Neuerungen seien bereits eingeführt worden, erinnerte Weßler. Dazu gehören der Kirmeslauf am Freitag wie auch der erfolgreiche Sonntagsgottesdienst auf dem Autoscooter. Doch Kirmes – das bedeutet nicht zuletzt attraktive Fahrgeschäfte. Gerade für Großfahrgeschäfte sind Anreise und Aufbau jedoch immer mit erheblichem Aufwand und Kosten verbunden. Ein verregneter Samstag lässt sich bei nur drei Kirmestagen dann kaum auffangen: „Bei den heutigen Wetterkapriolen bietet ein vierter Tag den Schaustellern die Chance, das Risiko zu minimieren und die Unkosten einzuspielen“, warb deshalb Michael Frickenschmidt, Vorstandsmitglied des Schaustellerverbandes Weser-Ems, für die Ausweitung.

Auf die veränderte Situation in Schule, Beruf und Freizeit wies Ulli Breeck für die heimischen Wirte hin. Schulfrei am Montagnachmittag oder gar ein Tag Urlaub, um noch am letzten Kirmestag bis in die Nacht zu feiern, sind längst nicht mehr selbstverständlich: „Heute ist der Freitag der wesentlich bessere Tag, um mit der Familie über die Kirmes zu gehen oder mit Freunden und Kollegen zu feiern.“

Freitag statt Montag?

Für viele Anwohner bedeutet ein vierter Tag dagegen vor allem eins: eine weitere schlaflose Nacht mit dröhnenden Bässen und klirrenden Gläsern im Schrank. Also vielleicht Freitag statt Montag? „Der Kirmesmontag steht nicht zur Disposition“, machte Reinhold Kassing für den Arbeitskreis unmissverständlich deutlich. Denkbar wäre allerdings eine feste Schlusszeit.

„Das offene Ende war immer ein Aushängeschild der Gesmolder Kirmes“, hielten einige Sprecher bei der engagiert geführten Diskussion dagegen. Pfarrgemeinderat und Seniorenkreis der Kirchengemeinde hatten sich bereits gegen einen vierten Tag ausgesprochen: Sie sehen unter anderem die Verbindung zwischen Kirmes und Kirchweihfest geschmälert. „Wenn wir die Kinder und Jugendlichen fragen könnten, würde sich ein ganz anderes Bild ergeben“, mutmaßte dagegen eine Bürgerin.

Noch ist alles offen

Nicht nur Meinungen, sondern auch Stimmzettel gaben die Bürger ab, die zur Informationsveranstaltung gekommen waren. Die Auszählung ergab eine leichte Mehrheit gegen den vierten Kirmestag. Foto: Petra Ropers

Fest steht: In Sachen Kirmes 2019 ist noch alles offen, und der Arbeitskreis will weiterhin Meinungen sammeln. Eine Entscheidung soll und muss allerdings in der Oktober-Sitzung des Ortsrates fallen. Denn bei den Schaustellern laufen dann bereits die Planungen für 2019.


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