Mit Rallye durch den Grönegau Oldtimertreffen mit 165 blankpolierten Schätzchen in Melle

Von Christina Wiesmann


Melle. Sonnenschein und angenehme Wärme, dazu ein laues Lüftchen: Das Wetter hätte zum Oldtimertreffen, das am Sonntag auf dem Gelände des Autohauses Wulbusch stattfand, nicht schöner sein können.

„Also, das Wetter ist wirklich toll. Aber das ist es bei uns ja meistens“, freute sich Fahrtleiter Friedel Bröcker vom AC (Automobil Club) Melle am Sonntagnachmittag. Da waren alle 165 Oldtimer auf der Strecke durch den Grönegau unterwegs. Knapp 84 Kilometer legten die historischen zwei- und vierrädrigen Fahrzeuge auf ihrer Route zurück, deren erste Etappe von Gesmold aus über Westerhausen, Oberholsten, Buer, Eicken-Bruche und Gerden nach Melle zum Bayrischen Hof führte. Bei einem deftigen Grillbuffet konnten sich die Fahrer und Beifahrer stärken und die zweite Etappe durchsprechen und planen, die von Melle-Mitte aus über Gerden, Riemsloh, Dielingdorf, Kerßenbrock, Wellingholzhausen und Dratum zurück nach Gesmold führte.

Gefahren wurde nach Symbolen, die am Rande der Straße den Weg wiesen. So bedeutete der rote Kreis, dass rechts abgebogen wird, links  abbiegen mussten die Fahrer bei einem gelben Quadrat. Ein grünes Dreieck zeigte: Hier muss geradeaus gefahren werden. Eine Herausforderung, der sich besonders die Beifahrer widmeten. Und: Fünf Wertungsprüfungen galt es außerdem noch nebenbei zu meistern - für jede Abweichung gab es Strafpunkte in der Wertung.

„Es ist richtig toll und macht und immer Spaß“, verrieten Bettina Träger und Beifahrer Uwe Gärtner freudestrahlend aus ihrem British Leyland MG B von 1968 heraus. Die beiden Osnabrücker, die in der Gruppe A3 (Automobile Baujahr 1961 bis 1970) starteten, waren schon häufig in Melle dabei und sind sich sicher, auch im nächsten Jahr wieder an den Start gehen zu wollen. „Die Nennung ist so gut wie abgegeben“, verriet Uwe Gärtner, bevor die Fahrt zur finalen Wertungsprüfung weiterging.

In einem von insgesamt fünf Ford A zogen Jürgen und Ute Weiß aus Melle alle Blicke auf sich. Mit detailgetreuer Kleidung aus der Epoche ihres Ford, Baujahr 1929, war das natürlich kein Wunder und durchaus gewollt. Ihr Ford A ist ein Nachfolger des Modell T, besser bekannt als „Tin Lizzy“. Und darüber, dass auch eine Tin Lizzy am Start war, freute sich Friedel Bröcker sehr. Mit der Startnummer 165 war es zudem das älteste Fahrzeug, dass an der Oldtimer-Rallye teilnahm und im Anschluss daran auf dem Gelände des Autohauses Wulbusch bestaunt werden konnte. „Sie ist Baujahr 1913, stammt also aus dem Jahr, in dem Ford mit der Fließbandproduktion anfing“, wusste Experte Bröcker zu berichten, „vielleicht ist sie also eine der ersten, die damals vom Band liefen.“

Die mit 2200 Kilometern längste Anreise nach Melle zum Oldtimertreffen nahmen der 63-jährige Steven Adams und sein Beifahrer Gordon (85) auf sich. Sie fuhren mit einem Mercedes 219 Ponton von Altea (Spanien) nach Melle. „Sie haben sich ganz spontan entschieden“, berichtete Friedel Bröcker über die beiden Oldtimerfans, die sich bereits am Mittwoch auf den Weg machten.

Dass das in Fankreisen beliebte Treffen ohne die vielen helfenden Hände nicht möglich ist, ist Friedel Bröcker bewusst. „Etwa 65 Helfer sind heute im Einsatz. Was sie leisten ist wirklich enorm.“ Besonders hervor hob Bröcker dabei Monika Friedering. Die Mellerin sorgte mit ihrem Team für die Bewirtung der Fahrer und Beifahrer und schmierte früh am Morgen bereits 500 Brötchen.


Zum 26. Mal fand am Sonntag das Oldtimertreffen des AC Melle für Automobile statt. Für Motorräder war es das 25. Mal.

Ab zehn Uhr gingen die ersten Fahrzeuge auf die Strecke.

Auf der 84 Kilometer langen Route durch den idyllischen Grönegau warteten insgesamt fünf Wertungsprüfungen auf die Fahrer und Beifahrer, bis die ersten Starter ab 14 Uhr zurück auf dem Gelände des Autohauses Wulbusch erwartet wurden.

31 Motorräder aus den Baujahren 1918 bis 1988 gingen an den Start. Das älteste Zweirad, eine Triumph STM 500, Baujahr 1930, fuhr Walter Schenk aus Spenge.

Wie die Organisatoren verrieten, waren die meisten Fahrer männlich. Rund 20 Frauen gingen dennoch hinter dem Lenkrad an den Start. Eines der wenigen komplett weiblichen Gespanne waren Laura Fechner (Fahrerin) und Sonja Zur Nedden (Beifahrerin), die mit der Startnummer 88 in einem VW Golf I Cabrio an den Start gingen.

Die Ergebnsse und Platzierungen sowie den Gesamtsieger gibt es auf der Homepage des AC Melle, abrufbar unter www.ac-melle.de.

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