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LKA zur Gefahrenbeseitigung vor Ort Ermittlungen zum Meller Flugzeugabsturz dauern an

Das in Melle abgestürzte Kleinflugzeug musste von der Feuerwehr gelöscht werden. Foto: NWM-TVDas in Melle abgestürzte Kleinflugzeug musste von der Feuerwehr gelöscht werden. Foto: NWM-TV 

sta/fr/bhav /dpa Melle. Beim Absturz eines Ultraleicht-Flugzeugs in Gerden sind am Samstagmorgen der 74-jährige Pilot und seine 14-jährige Enkelin gestorben. Beide stammten aus Melle. Es gibt erste Hinweise auf technisches Versagen. Der Pilot war ein früherer Berufspilot und galt als extrem erfahren.

Um 7.22 Uhr wurde für die Rettungskräfte Alarm ausgelöst. Da war die kleine zweisitzige Maschine bereits in einen Graben der Riemsloher Straße gestürzt und in Flammen aufgegangen. Als die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Melle-Mitte, Altenmelle und Bakum an der Unfallstelle eintrafen, konnten sie nur noch die Flammen ablöschen. Die beiden Insassen waren bereits in dem Flugzeugwrack gestorben.

Die Polizei bestätigte, dass es sich bei den Opfern um den Großvater und seine Enkelin gehandelt habe, beide aus Melle.

Im Querabflug

Nach Angaben aus Fliegerkreisen befand sich das Flugzeug nach dem Start im Querabflug von dem Platz über Gerden. „Es gibt Hinweise auf einen Motoraussetzer“, sagte der Vorsitzende des Segelfliegerclubs SFC Melle-Grönegau, Bernd Dammeyer. Der SFC betreibt den Platz.

Den verunglückten Flugzeugführer beschrieb Dammeyer als „erfahren, zuverlässig, versiert und umsichtig“. „Der hatte alle erforderlichen Lizenzen, er galt als extrem erfahren“, sagte er. Es habe sich um einen pensionierten Berufspiloten gehandelt, der freiberuflich fürs Luftfahrt-Bundesamt (LBA) immer noch Check-Flüge für Verkehrsflugzeugführer abgenommen habe.

Nach seinen Angaben gibt es Hinweise darauf, dass der Pilot noch eine Notlandung versucht hatte. „Am Unfallort stehen drei Bäume – hätte er die noch überfliegen können, hätte er sicher auf einem Acker notlanden können“, betonte Dammeyer. Die Maschine streifte jedoch laut Polizei die Baumkronen, stürzte in einen Graben der Riemsloher Straße und fing Feuer. Auch Augen- und Ohrenzeugen hatten berichtet, dass der Ultraleicht-Flieger in der Nähe der Nachtigallenstraße an Höhe verloren und danach eine Baumgruppe gestreift habe. Unmittelbar anschließend erfolgt der Absturz.

Sperrung bis 15.10 Uhr

An der Absturzstelle fanden anschließend sowohl Bergungsmaßnahmen als auch Untersuchungen zur Absturzursache statt. Die Straßenmeisterei sperrte die Unfallstelle bis etwa 15.10 Uhr. Ebenenfalls im Einsatz waren zwei Rettungswagen und ein Notarzt sowie Mitarbeiter des Landeskriminalamtes. Die Braunschweiger Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung hat die Ermittlungen aufgenommen.

Bei dem kleinen zweisitzigen Propellerflugzeug handelt es sich um einen einmotorigen Tiefdecker des französischen Typs Dyn’Aéro MCR-01 – eine aus Faserverbundwerkstoff hergestellte, sehr wendige Maschine in Kompaktbauweise. Die Maschine gehörte dem Piloten und war am Meller Flugplatz stationiert.

Beim Club, dem auch der Pilot angehörte, löste die schlimme Nachricht bei den Mitgliedern Schock und Betroffenheit aus. Auch die Stadtverwaltung kondolierte noch am Samstag.

Start und Landung gelten als die kritischsten Phasen eines jeden Fluges. Der Grund: Die Geschwindigkeit ist dann nahe dem Punkt, an dem die Strömung an den Tragflächen abreißt – es sich also nicht mehr in der Luft halten kann. Wird diese Geschwindigkeit – etwa wegen eines Motoraussetzers und dann noch im Steigflug – unterschritten, ist das Flugzeug nur schwer kontrollierbar.


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