Nur kleine Einsätze nach Gewitter Züge in Melle fahren wieder: Zug strandete

Von Christoph Franken


Oldendorf. Wegen des Gewittersturms am Donnerstagabend rückten die Feuerwehren im Stadgebiet zu sechs Einsatzstellen aus. Ein Zug der Nordwestbahn stand zwangsweise bis zum Freitagmorgen am Bahnhof Westerhausen, weil die Strecke wegen eines umgestürzten Baumes und zerrissener Oberleitungen in beide Richtungen gesperrt war.

Nachdem die Warnung den jungen Fahrer eines Triebwagens der Westfalenbahn bei seinem regulären Halt im Bahnhof Westerhausen erreicht hatte, informierte der seine Fahrgäste. Die standen um 18.15 Uhr noch in einer Traube am Zug und hofften auf eine baldige Weiterfahrt. Als klar wurde, dass es damit Essig war und die zwischenzeitlich angerückte Ortsfeuerwehr Oldendorf erst einmal die offizielle Freigabe der Strecke für einen Einsatz abwarten musste, ließen sich die meisten Fahrgäste mit Autos abholen. Viele von ihnen wollten nach Melle-Mitte, Bünde und Minden. „Ist einfach Pech“, meinte Berufspendler Peter Kleine, den seine Freundin aus Bünde mit ihrem Pkw aufpickte. Andere nutzten später einen von der Bahn eingerichteten Ersatzverkehr mit Bussen.

Warten auf Notfallmanager

Oldendorfs stv. Ortsbrandmeister Sören Rasper und seine Leute sondierten nach ihrer Ankunft am Bahnhof Westerhausen erst mal die Lage. Von dort war der Baum, der zwischen diesem Ortsteil und Melle-Mitte auf die Gleise gefallen war, nicht einzusehen. Aber die Männer mussten ohnehin zunächst das Eintreffen des Notfallmanagers der Bahn aus Osnabrück abwarten, da nur der die Strecke offiziell für die Bergungsarbeiten freigeben konnte. Zuvor musste sichergestellt sein, dass der Strom in den Oberleitungen abgestellt war.

Die spätere Arbeit der Feuerwehr an dem Baum war dann schnell abgeschlossen, aber die Spezialisten der Bahn hatten danach an den abgerissenen Oberleitungen wesentlich mehr zu tun. „Das kann noch dauern“, meinte der Zugführer um 22.45 Uhr.

Stoische Ruhe

In dem Zug befand sich zu diesem Zeitpunkt noch eine junge Frau, die es sich in stoischer Ruhe mit einem Buch auf ihrem Sitz gemütlich gemacht hatte. Sie hoffte offenbar ebenso wie der Zugführer noch auf eine nächtliche Weiterfahrt. Die Schicht des Westfalenbahn-Mitarbeiters endete um 1 Uhr morgens, dann sollte er abgelöst werden.

Erst um kurz nach 7 Uhr konnte die Strecke am Freitagmorgen wieder freigegeben werden. Im Laufe des Vormittags pendelte sich der normale Zugverkehr wieder ein.

Abgesehen von diesem für die Fahrgäste ärgerlichen Vorfall hielten sich die Auswirkungen des kurzen Unwetters für Melle in Grenzen. „Nichts Weltbewegendes, nur ein paar kleinere Einsätze“, fasste Feuerwehr-Pressesprecher Martin Dove am Freitag zusammen. Insgesamt sechs Alarmierungen seien am Donnerstagabend zwischen 17 Uhr und 19.14 Uhr eingegangen. „Von umgestürzten Bäumen über einen größeren abgebrochenen Ast in Gesmold bis hin zu einem ganz kleinen Ast in Melle-Mitte war alles dabei“, berichtete Dove.


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