Das erste Kind des zehnten Jahrhunderts Zum 900. Gerdener Jubiläum kam Sylke Muhle zur Welt

Von Norbert Wiegand

Den vergilbten Zeitungsausschnitt zeigt Sylke Muhle im Garten ihres Altenmeller Hauses. Foto: Norbert WiegandDen vergilbten Zeitungsausschnitt zeigt Sylke Muhle im Garten ihres Altenmeller Hauses. Foto: Norbert Wiegand

Melle. „Der erste Erdenbürger im 10. Jahrhundert seit Bestehen der Gemeinde Gerden“ - so titelte das Meller Kreisblatt vor 50 Jahren nach der Geburt von Sylke Muhle. Dieser Artikel fiel uns im Zusammenhang mit unseren Recherchen zum 950-jährigen Ortsjubiläum von Gerden in die Hände.

Die Geburt von Sylke Witte war damals ein großes öffentliches Ereignis. Denn der damalige Bürgermeister der noch selbstständigen Gemeinde Gerden hatte eine Vereinbarung mit dem Vorstand der Kreissparkasse getroffen: Das erste im zehnten Jahrhundert des Gerdener Bestehens geborene Kind sollte „besonders bedacht“ werden.

Die ab dem 28. Juli nach dem Ende der Jubiläumsfeierlichkeiten geltende Vereinbarung sprach sich in Gerden herum. Junge Ehepaare, die Nachwuchs erwarteten, rätselten, wer es sein würde. Am 13. August erblickte Sylke das Licht der Welt, als viertes Kind des Ehepaares Hans und Irmtraud Muhle.

100 Deutsche Mark überreicht

Die kleine Sylke wurde von Gerdens Bürgermeister Melchior „als Einwohnerin Nr. 931“ begrüßt. Er war nämlich dabei, als Werbeleiter Knapmeyer von der Kreissparkasse den Eltern einen Geschenkgutschein über 100 Deutsche Mark überreichte.

Wir haben herausgefunden, was aus dem ersten im zehnten Jahrhundert des Gerdener Bestehens geborenen Kind geworden ist: Sylke Muhle wohnt heute in ihrem eigenen Reihenhaus im Nachbarort Altenmelle, der traditionell eng mit Gerden verbunden ist. Seit 28 Jahren ist die Fünfzigjährige für das Schomäcker Federnwerk tätig. In ihrer Freizeit engagiert sie sich vor allem für den Tier- und Naturschutz und pflegt weiterhin viele Kontakte und Freundschaften mit Gerdenern und Ex-Gerdenern.

Den 50 Jahre alten, reichlich vergilbten Zeitungsausschnitt, hatte Sylke Muhle beim Besuch des Meller Kreisblattes auch noch in ihrem Fundus. „Den Artikel habe ich vor vielen vielen Jahren von meinen Eltern bekommen“, berichtet sie. „Bestimmt konnten meine Eltern mit ihren vier Kindern die 100 DM gut gebrauchen, das war 1968 ganz viel Geld“, blickt die geborene Gerdenerin auf das seinerzeit große Familien-Ereignis im 900. Jubiläumsjahr zurück.


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