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Kochklub „Chuchi“ kochte für „Meller helfen Mellern“ im „Postillion“ – 40 Gäste genossen – „Löffelführer“ im Einsatz Rehmedaillons mit Honigkuchensoße

Von Conny Rutsch

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Melle. „Chuchi“ ist nicht etwa ein italienisches Nudelgericht, sondern ein Kochklub in Melle mit dem Hummer als Abzeichen. Zehn Männer kochen, weil es ihnen Spaß macht. Und weil die Inhaberinnen des „Postillion“ eine richtig gute Idee hatten, kochten die Hobbyköche am Samstag sogar für einen guten Zweck.

Die Speisekarte ließ keine Wünsche offen: Rehmedaillons mit Honigkuchensoße und Wirsingstrudel, Tafelspitz mit Meerrettichsoße, Rotkohlsalat mit gebratener Entenbrust, vom Dessert gar nicht zu reden.

Uwe Dütscher ist der Chef des Männerkochclubs „Chuchi“ Grönegau. In den 60er-Jahren wurde „Chuchi“ in Rüdesheim gegründet, die Klubs agieren bundesweit. Profiköche sind nicht zugelassen. Seit 18 Jahren kochen zehn Männer in Melle einmal im Monat nur für sich selbst und das auf Sterneniveau. Sie treffen sich jeden zweiten Freitag im Monat in der Küche der Ratsschule und kochen nach einem festgelegten Jahresplan. Der sogenannte „Löffelführer“ ist dann für den gesamten Abend zuständig. Tisch decken, dekorieren, den passenden Wein zum Menü aussuchen und kochen mit den anderen zusammen dann auch noch.

Stefanie Wendlinger, zusammen mit Constanze Heilmann Chefin des „Postillion“, kam im Urlaub auf die Idee nach dem Motto: „Was gab’s noch nie in Melle?“ und stellte dem Männerkochclub die Restaurantküche zur Verfügung. Und am Samstag war es dann so weit. Vierzig Personen hatten sich allein für das Menü angemeldet und genossen einen Abend der Extraklasse. „Zehn Prozent des Erlöses inklusive Trinkgelder gehen an die Aktion „Meller helfen Mellern“, erklärte Stefanie Wendlinger und hofft auf eine „gute runde Summe“.

Die Küche der Gaststätte in der Haferstraße brummte. Rosi Dütemeyer, die hier normalerweise den Kochlöffel in der Hand hält, war nun zuständig dafür, dass sechs Männer ihr Menü punktgenau auf die Teller bekamen. „Die sind allesamt supernett“, tat sie begeistert kund und hatte gar keine Zeit, Fragen zu beantworten, weil alles schnell gehen musste. Schließlich sollten die Gäste ihr Essen heiß auf dem Teller haben. Und es ging wie am Schnürchen: Ein Koch gab das Fleisch auf den schon dekorierten Teller, der Nächste schwang die Soßenkelle, dann kam die Beilage hinzu, und zum Schluss wurde ein unschöner Tropfen mit behandschuhter Hand und lupenreiner Serviette vom Tellerrand gewischt.

Und wie kommt nun der Honigkuchengeschmack ans Reh? „Wir haben schon am Freitag den Fond eingekocht, und dann wurde ein ganzer Honigkuchen in die Soße gebröselt“, fachsimpelte Uwe Dütscher, denn „das bindet die Soße“. Schließlich kommt bei den Hobbyköchen keinerlei Chemie ins Essen, der Soßenbinder aus der Schachtel ist verpönt.

Das Dessert? Heidelbeereis mit Zitronen-Joghurt-Schaum. Die Hausfrau, die täglich am Herd steht, kann nur neidisch werden: köstlich. Und wenn mit einem Hobbyabend bedürftigen Menschen geholfen werden kann, umso besser.


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