Klare Ziele und viel Engagement Syrer freut sich über Ausbildung bei Huning in Melle

Kinan Kadalem (2. von links) zeigt stolz seinen künftigen Ar-beitsplatz bei Huning Maschinenbau. Mit ihm freuen sich über den Ausbildungsvertrag (von rechts) Katja Madynski, Rolf Kaumkötter und Susanne Steininger.Foto: MaArbeitKinan Kadalem (2. von links) zeigt stolz seinen künftigen Ar-beitsplatz bei Huning Maschinenbau. Mit ihm freuen sich über den Ausbildungsvertrag (von rechts) Katja Madynski, Rolf Kaumkötter und Susanne Steininger.Foto: MaArbeit

Melle Kinan Kadalem fühlt sich schon fast zuhause im Unternehmen Huning Maschinenbau: Hier hat der 18-jährige Syrer ein Praktikum absolviert und startete im August in eine Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer.

„Kinan hat im Praktikum gezeigt, dass er klare Ziele hat und sich dafür engagiert“, so Ausbildungsleiter und Fertigungsmeister Rolf Kaumkötter. „Er ist verlässlich, hält sich an Abmachungen und hat eine hohe Lernbereitschaft: Wir freuen uns, dass er bei uns anfängt.“

Kinan Kadalem konnte nur kurz die Schule besuchen, denn die Familie zog 2011 in den Libanon, wo er schon als Jugendlicher im Kfz-Bereich arbeitete. Seit 2014 lebt er mit seiner Familie in Deutschland – zunächst anderthalb Jahre in München, dann zogen die Kadalems nach Melle, weil hier schon Verwandte wohnten. Trotz dieser schwierigen Startbedingungen absolvierte er die achte und neunte Klasse auf der Ratsschule und absolvierte dann seinen Hauptschulabschluss in der Berufseinstiegsschule an den BBS.

Viel Gutes gehört

„Für mich war schon früh klar, dass ich eine Ausbildung machen wollte, gerne irgendetwas im Bereich Metall“, erinnert sich der junge Mann. Vom Unternehmen Huning hatte er schon viel Gutes gehört: Also bewarb er sich mit Unterstützung von Katja Madynski im vergangenen Jahr um ein Praktikum und eine Ausbildung. Die Ausbildungslotsin der Maßarbeit hatte Kinan Kadalem bereits an der Realschule kennengelernt und sie hatte auch seinen Übergang an die BBS begleitet. „Bei Kinan hatte ich sofort ein gutes Gefühl: Ich war beeindruckt, wie schnell er Deutsch gelernt hat und wie engagiert er daran arbeitet, sich weiter zu verbessern“, unterstreicht Madynski.

Doch sie war nicht die einzige Fürsprecherin des jungen Syrers: „Auch einer seiner Lehrer rief bei mir an und setzte sich für ihn ein“, berichtet Rolf Kaumkötter. Der positiven Einschätzung von Maßarbeit und Schule konnte er sich nach dem Praktikum nur anschließen und auch Kinan gefiel es so gut im Unternehmen, dass er ein weiteres freiwilliges Praktikum anschloss. Und über die anschließende Zusage für einen Ausbildungsplatz als Maschinen- und Anlagenführer freute er sich riesig.

Bis zum Ausbildungsabschluss wird er jedoch noch viel Extra-Arbeit investieren müssen, ist sich Ausbildungsleiter Kaumkötter sicher. „Der Lernstoff der Berufsschule ist natürlich deutlich schwieriger für Schüler, die keine Muttersprachler sind und außerdem nicht ihre Schulbildung komplett in Deutschland absolviert haben“, so seine Erfahrungen. Doch Kinan kann auch dabei auf Unterstützung zurückgreifen: „Neben der Ausbildung wird er eine Maßnahme der Maßarbeit bei der Deutschen Angestellten Akademie in Melle absolvieren, die inhaltliche Nachhilfe mit Sprachförderung verbindet“, erläuterte Maßarbeit-Bereichsleiterin Susanne Steininger.

Kinan Kadalems Perspektiven sind gut - nicht zuletzt, weil er bei Huning auf breite Ausbildungserfahrung trifft. Die Unternehmensgruppe vereint die sechs Bereiche Anlagenbau, Maschinenbau, Umwelttechnik, Motorentechnik, Rühr- und Pump-technik sowie Fahrzeugbau unter einem Dach: „Das schafft spannende Zukunftsperspektiven für unsere Azubis“, beschreibt der Ausbildungsleiter. Das Unternehmen Huning Maschinenbau, bei dem Kiran in die Ausbildung geht, stellt individuelle Konzeptlösungen für den Transport und die Behandlung vor allem von Schüttgütern her.

Doch auch die Blechbearbeitung sowie Eintragssysteme und Zerkleinerungstechnik für Biogas-anlagen sind Schwerpunkte des Leistungsspektrums.

Das Unternehmen beschäftigt regelmäßig rund 25 Auszubildende, die große Mehrzahl davon im gewerblichen Bereich. In Zeiten des Fachkräftemangels sei es wichtiger denn je, regional aktiv zu sein, um junge Nachwuchskräfte zu gewinnen, ist der Ausbildungsleiter überzeugt: „Wir gehen deshalb unter anderem regelmäßig auf die regionalen Ausbildungsmessen der Maßarbeit und haben verschiedene Kooperationen mit Schulen vor Ort“, schildert Kaumkötter. So wie bei Kinan Kadalem stelle man sich gern auch auf besondere Anforderungen etwa im Bereich Spracherwerb ein: „Wenn die Motivation und Einsatzbereitschaft bei den jungen Leuten stimmen, kommen wir ihnen gern entgegen.“


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