Boule-Bahn am Antik-Cafe Mitten im Meller Biergarten rollen Kugeln

Von Norbert Wiegand

Das Boule-Spiel boomt: Über das wachsende Interesse an seiner vor acht Jahren gebauten Bahn am Antikcafé freut sich Gastronom Brice Lammers. Foto: Norbert WiegandDas Boule-Spiel boomt: Über das wachsende Interesse an seiner vor acht Jahren gebauten Bahn am Antikcafé freut sich Gastronom Brice Lammers. Foto: Norbert Wiegand

Melle. Die sechsteilige Serie „Boule-Bahnen im Grönegau“ endet jetzt mit diesem Beitrag über die einzige Anlage im Meller Stadtteil Melle-Mitte. Sie befindet sich ganz zentral mitten im Biergarten des Antikcafés.

Bei der Planung des Biergartens vor neun Jahren stellte Küchenchef Brice Lammers eine Bedingung: „Wenn wir eine Gartengastronomie eröffnen, dann müssen wir dort auch eine Boulebahn einrichten.“ Für den Franzosen, der aus der Nähe von Paris stammt, gehörte das Boulespiel einfach zum geselligen Beisammensein im Sommerhalbjahr dazu.

So entstand vor acht Jahren ein Biergarten mit einer professionellen Boule-Anlage mittendrin – mit feiner roter Asche und den üblichen Turniermaßen. Inzwischen bilden die Kastanien entlang der Bahn, ganz nach französischem Vorbild, ein Schatten spendendes Blätterdach.

Die richtige Nase

Offenbar hatte der Koch des Antikcafés „die richtige Nase“. Denn vor acht Jahren war das neuerdings boomende Boulespiel in Norddeutschland noch gar nicht so bekannt. Im Gebiet der Flächenstadt Melle gab es zu dieser Zeit nur die Anlage in Dratum-Ausbergen, erst danach wurden die Bahnen in Oberholsten, Riemsloh, am Ludwigsee und in Neuenkirchen gebaut.

Das wachsende Interesse stellt auch Brice Lammers fest. Zwei feste Gruppen treffen sich an seiner Bahn im Antik-Café. Jeden zweiten Freitag lässt eine bunte altersgemischte Gruppe von 17.30 Uhr bis 19.30 Uhr die Kugeln rollen. Alle vier Wochen am Samstagnachmittag treffen sich ältere Herren, während deren Damen sich bei Kaffee und Kuchen vergnügen. „Beide Gruppen gehen sehr ehrgeizig an das Spiel heran“, meint der Koch und Gastronom.

Indirekte Beleuchtung

„Aber vor allem wird die Bahn aber oft spontan von unseren Gästen genutzt“, ergänzt Brices Ehefrau Monika Lammers.

„Meistens nimmt erst einer unserer Gäste eine der immer bereitliegenden Kugeln in die Hand und versucht einen Wurf“, beschreibt der Franzose den „typischen Anfang eines spannenden Boule-Abends“. „Dann kommt ein Zweiter, dann ein Dritter und dann geselle ich mich dazu und gebe einige Anleitungen zu den Spielregeln und zur Wurf- und Rolltechnik“, erklärt Brice Lammers, wie schon so manche lange Boule-Abende zustande gekommen sind.

Häufig werde auf der indirekt beleuchteten Bahn im idyllischen Ambiente des Biergartens bis 23 Uhr gespielt, berichtet Monika Lammers. Die Bahn, die von Tischen und Gartenstühlen umgeben ist, habe offenbar „eine sehr anregende Wirkung auf Gäste, die sich zwischen den Gesprächen gerne mal bewegen und betätigen wollen“.

Profis kommen

Brice weist darauf hin, dass zuweilen sogar schon „echte Profis“ aus Bielefeld angereist kamen, um auf seiner Bahn zu trainieren. Auf seiner Anlage, der einzigen im Stadtteil Melle-Mitte, wurden auch schon Geburtstage mit eingebautem Boule-Turnier gefeiert.


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