Nicolo wechselt zur Arminia Meller Fußballtalent verlässt Schalke 04

Von Heike Dierks

Jetzt ein Armine: Das Meller Fußballtalent Nicolo Giacalone verlässt Schalke und kickt fortan für Bielefeld in der U-17-Bundesliga.Foto: DSC Arminia BielefeldJetzt ein Armine: Das Meller Fußballtalent Nicolo Giacalone verlässt Schalke und kickt fortan für Bielefeld in der U-17-Bundesliga.Foto: DSC Arminia Bielefeld

Das Meller Talent Nicolo Giacalone wechselt von Schalke 04 zu Arminia Bielefeld. Der Traum vom Profifußball lebt weiter. Wie sein bisheriger Verein spielt auch die Arminia in der B-Junioren-Bundesliga. Am Wochenende beginnt die neue Saison.

Melle/Bielefeld Nicolo fiebert seiner Premiere in der Bundesliga entgegen. Und er hofft, sich einen Stammplatz erobern zu können. „Ich freue mich, endlich wieder spielen zu können. Ich hoffe, dass wir in dieser Saison viel erreichen“, sagte der 16-Jährige am Dienstagmittag nach der ersten Trainingseinheit des Tages und vor dem letzten Test der Vorbereitung am Abend gegen die U18 des britischen Clubs Crewe Alexandra. Eine „gute Tabellenposition“ möchte er mit seinem neuen Team in der Endabrechnung bekleiden.

Die Arminia hat Ende Juni mit der Vorbereitung begonnen. Seitdem standen ein viertägiges Trainingslager in Augustdorf sowie Testspiele gegen Hannover 96, St. Pauli und den VfL Wolfsburg an. Nicolo hat vor dem letzten Test zweimal von Beginn an gespielt und beim 2:0-Erfolg gegen Hannover und seinen langjährigen Meller Teamkollegen Konstantinos Keissoglou per Elfmeter getroffen. „Wir haben uns umarmt und einige Zeit geredet. Wir kennen uns ja von klein auf“, erzählt der Neu-Bielefelder von der emotionalen Begegnung mit Keissoglou.

Am Samstag geht es zum Ligaauftakt der West-Staffel der dreigeteilten B-Junioren-Bundesliga zu Aufsteiger FC Hennef. Nicolo rechnet sich gute Chancen aus, auf seiner angestammten Position im defensiven Mittelefeld zur Startelf zu gehören. „Ich fühle mich fit.“ Es mache Spaß mit den neuen Mitspielern, das Trainerteam um Oliver Krause und die beiden Assistenten Oliver Kirch und Manuel Hornig leiste gute Arbeit. Um schneller Anschluss zu finden und keine Einheiten der Vorbereitung zu verpassen, hatte der Mittelfeldspieler auf einen Urlaub während der gerade beendeten Sommerferien verzichtet.

Im Sommer 2016 war er vom VfL Osnabrück nach Gelsenkirchen gewechselt. Mit der Schalker U16 kickte Nicolo in der Vorsaison in der Westfalenliga, der höchsten Spielklasse für das Alter. Doch zuletzt wurde der Grönegauer nicht mehr eingesetzt bei den Königsblauen. Der neue Coach des U-17-Bundesligisten plante für die neue Spielzeit nicht mehr mit ihm. Nicolo schaute sich nach Alternativen um. So kam Bielefeld ins Gespräch.

Der Meller sieht im Vergleich beider Teams keine großen qualitativen Unterschiede. „Vom Training ist es in Bielefeld sogar anstrengender als auf Schalke. Das wird ein spannendes Spiel gegen meinen Ex-Verein“, ist Nicolo heiß auf das erste Aufeinandertreffen mit Schalke in der Bundesliga am 15. September.

Sport, Schule gehen vor

Nun wird es also ernst: Auf dem Platz und auch in der Meller Ratsschule, wo der Zehntklässler im anlaufenden Schuljahr seinen Realschulabschluss erreichen will. Durch den Vereinswechsel scheinen Sport und Schule zeitlich besser vereinbar, denn Nicolo spart sich fortan die weiten Wege ins Ruhrgebiet. „Jetzt bin ich um 21 Uhr abends zu Hause, zu Schalke-Zeiten war ich um 22.30 Uhr zurück.“ Zu den regulär vier Trainingseinheiten pro Woche fährt der 16-Jährige mit dem Zug, am Bahnhof in Bielefeld steigt er dann in den Arminia-Bulli.

Gegen 13.30 Uhr kommt das Talent aus der Schule. Nach dem Mittagessen ruht sich Nicolo kurz aus. Bis zur Abfahrt nach Bielefeld um 16 Uhr werden die Hausaufgaben erledigt, restliche Arbeiten könne er auch noch abends nach seiner Rückkehr machen. Vater Giuseppe chauffiert seinen Sprössling zu den Punktspielen am Wochenende. „Ich glaube, er hat bisher bei keinem meiner Spiele gefehlt“, überlegt der Sohn und freut sich über die familiäre Unterstützung.

Der erhofften Profikarriere wird vieles untergeordnet. „Ich konzentriere mich auf den Fußball und die Schule.“ An seinen freien Tagen geht der Teenager mit Freunden gerne in Melle essen. Als Leistungssportler trinkt er eigentlich Wasser, aber im Restaurant gönnt er sich dann auch mal eine Cola.


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