Idyllische Bauerngärten „Ein Dorf wird Garten“ begeistert in Melle

Von Marita Kammeier


Melle. Versteckt in ländlich-ruhiger Idylle liegen die schmucken Bauernhöfe in Bennien. Wenn sie jedoch ihre Gartentore öffnen, geraten die Besucher aus den umliegenden Städten ins Schwärmen über blühende Stauden und naturnahe Gestaltung.

Bruchmühlen Seit fünf Jahren nimmt das Dorf an der Osnabrücker Aktion „Das offene Gartentor“ teil. Die Zahl der Bauernhöfe erhöhte sich dabei ebenso kontinuierlich wie die Besucherscharen. In diesem Jahr öffneten acht Bauernhäuser und ein Museumskotten ihre Tore. Inzwischen hat Bennien auch ein eigenes Motto „Ein Dorf wird Garten“.

Ganz unkompliziert

„Alle helfen mit, das läuft hier ganz unkompliziert“, erzählte Organisatorin Gundula von Lojewski, während sie schnell noch den Sonnenschirm für das Kassenteam aufstellte. „Einen Wimpernschlag lang haben wir überlegt, wegen der extremen Trockenheit abzusagen.“ Erstmals verlegte das Orgateam jedoch die Cafeteria in die kühle Stube.

„Wie wird der Garten bewässert?“ Auf die Frage von Besuchern erklärte von Lojewski: „Ich gieße nur die Kübelpflanzen, Hortensien und neue Blumen im Beet.“

Der restliche Garten wird es überleben, jedoch nicht mehr wochenlang, meinte die Gartenfreundin.

„Ich habe den Bauerngarten mit Gemüse, Obststräuchern, Stauden und Staketenzaun von meiner Mutter übernommen“, erzählte Claudia Diembrock auf dem im Jahr 1913 erbauten Hof. Das sei vor Jahren noch von einigen Leuten als altmodisch bezeichnet worden, liege jetzt aber wieder im Trend. Claudia Diembrock hat ihren Bauerngarten wegen der Fruchtfolge sorgfältig in vier Felder unterteilt, damit Mangold, Petersilie und Schwarzwurzeln sich mit dem bunten Wildblumenfeld vertragen.

„Gartenarbeit ist was für die Seele. Heute Morgen habe ich mich über eine aufgeblühte Dahlienknospe gefreut“, berichtete einige Höfe weiter Margret Burmann, die Freude an der Veränderung der Anlage hat. Im Fachwerkbauernhaus dem Jahr 1834 laden malerische Innenhöfe und versteckte Winkel zum Verweilen ein.

Das nutzten auch die Freundinnen Anneliese, Marianne und Ingeborg für eine Pause nach der Radtour aus Melle. Aus Bissendorf radelte Magdalene Waldkötter zu den Gärten, um den Rundgang gemeinsam mit ihrer Freundin Erika Rieke aus Bennien zu unternehmen.

Immer mehr Besucher durchstreiften bei Temperaturen knapp unter 30 Grad, jedoch mit erfrischenden Winden die Gärten. „So viele Anregungen wie hier erhalte ich nicht so schnell wieder“, erklärten Anne und Jan Höft aus Herford, die ihre eigene 2 400 Quadratmeter große Anlage mit Stauden und alten Obstbäumen in unterschiedliche Räume aufgeteilt haben.


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