Meller scheitert mit Berufung Mit geklauten Melle-Gutscheinen eingekauft

Von Christina Wiesmann

Ein Meller ist mit seiner Berufung am Landgericht Osnabrück gescheitert. Symbolfoto: Michael GründelEin Meller ist mit seiner Berufung am Landgericht Osnabrück gescheitert. Symbolfoto: Michael Gründel

Melle/Osnabrück. Ein 46-jähriger Angeklagter aus Melle-Mitte ist mit seiner Berufung vor dem Landgericht Osnabrück gescheitert.

Weil er mit geklauten Melle-Gutscheinen einkaufen ging, hatte das Amtsgericht Osnabrück den Mann im März zu fünf Monaten auf Bewährung und einer Geldstrafe in Höhe von 900 Euro verurteilt. Gegen das Urteil legte der Angeklagte Berufung ein – von Erfolg gekrönt war diese aber nicht, wie sich am Dienstagvormittag in einer Verhandlung vor dem Landgericht Osnabrück zeigte.

Die Melle-Gutscheine im Gesamtwert von 260 Euro will der Angeklagte für 50 Euro von einem angeblich Unbekannten gekauft haben. Dass diese Gutscheine gestohlen waren, zeigte sich aber, als der Angeklagte einige davon bei einem Einkauf in einem Meller Edeka-Geschäft einlösen wollte.

Wohnung durchsucht

Die Polizei deckte anschließend im Rahmen ihrer Ermittlungen auf, dass besagte Gutscheine aus einem Eiscafé in der Innenstadt entwendet worden waren. Während einer Wohnungsdurchsuchung bei dem 46-Jährigen händigte die Frau des Angeklagten den Beamten noch weitere 18 der dort verbliebene Melle-Gutscheine im Wert von jeweils fünf beziehungsweise zehn Euro aus.

Dann zeigte sich: Zum Tatzeitpunkt war der Meller auf Bewährung. Wie übrigens schon so oft in seinem Leben, wie der Auszug aus dem Bundezentralregister verriet, den der Richter verlas. Demnach hatten zahlreiche Fälle von Diebstahl und Hehlerei den Meller sogar schon mehrfach ins Gefängnis gebracht.

Positive Prognose

Sein Bewährungshelfer wusste in seinem Bericht jedoch nur Positives über den Angeklagten zu berichten. Denn: Der besucht eine Selbsthilfegruppe und befindet sich in festen Lebensverhältnissen. Außerdem: Termine mit dem Bewährungshelfer nimmt der Meller regelmäßig wahr.

Das Ziel der aktuellen Berufung nannte der Verteidiger dann auch, ohne groß um den heißen Brei herumzureden: Eine Verringerung der Bewährungsstrafe von fünf auf drei Monate und eine Reduzierung der Geldstrafe von 900 auf 500 Euro.

Die Staatsanwältin war mit diesem Ansinnen allerdings ganz und gar nicht einverstanden. Sie verwies auf die vielen Delikte in der kriminellen Karriere des Verurteilten und zielte auf das aus ihrer Sicht „eh schon milde Urteil“ ab, dass das Amtsgericht Osnabrück in dieser Angelegenheit verkündet hatte. Dem schloss sich die Kammer des Landgerichts an: Sie verwarf die Berufung nach eingehender Beratung als „unbegründet“.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN