Jubiläums-Umzug in Gerden Feierlaune auf Melles Straßen und am Festgelände

Von Norbert Wiegand


Melle. Ein Lindwurm der guten Laune zog am Sonntagnachmittag zum 950-jährigen Ortsjubiläum durch Melels Ortsteil Gerden. 26 geschmückte Wagen, Fußgruppen, Radfahrergruppen, Kutschen und historische Gefährte bescherten den Anwohnern und ihren vielen Gästen ein außergewöhnliches Spektakel.

Es waren keineswegs nur Gerdener, die überall an der vier Kilometer langen Strecke anzutreffen waren. Auch Volksfest-Touristen aus Riemsloh, Melle und anderen Nachbarorten wollten sich das Großereignis nicht entgehen lassen. Viele fanden sogar „Logenplätze“ auf aufgestellten Stühlen und Bänken im Schatten. In allen mit Fähnchen und Girlanden geschmückten Straßen wurde der Festzug begeistert empfangen, teils mit Spruchbändern, die über die Straße gespannt waren.

Die Erwachsenen freuten sich über die tolle Stimmung, die von den bunten Wagen auf das Fußvolk am Straßenrand übersprang. Die Kinder sammelten fleißig die Kamellen ein, mit denen sie sich ihre Taschen füllten. Es könnten wohl mehr als 2000 Schaulustige gewesen sein, denn ähnlich viele versammelten sich später am Zielort des Festumzuges auf dem Hof Hageböke. Zu den gut gelaunten Gästen gehörte auch Renate Westhoff, die ihren 90. Geburtstag feierte.

Alle machten mit

Ob Siedlerbund, die Hobby-Fußballmannschaft „Promille Gerden“, der Geflügelzuchtverein oder die Jäger – die schön gestalteten Wagen der örtlichen Vereine waren ein Augenweide. Neben ihnen präsentierten sich auch Unternehmen, Straßenzüge und Nachbarschaften mit tollen Ideen, darunter Depenbrock, Gerdener Kreuz, Landwirte und Zimmermänner. Als riesige Radlergruppe zeigte sich die klingelnde „Nachbarschaftsradtour Obergerden“. Auch Gruppen aus Nachbarorten beteiligten sich, wie etwa die Eickener Trachtengruppe und junge Frauen aus Altenmelle.

Ort im Spannungsfeld

Für die passende musikalische Begleitung sorgte die Heimatkapelle Wellingholzhausen, die auch beim anschließenden Ausklang in der Festhalle auf dem Hof Hageböke aufspielte.

Den Musikern aus dem Beutlingsdorf dankte Ernst-August Hoppenbrock als Sprecher des Organisationsteams. Von einem „fantastischen Dorffest, auf das alle Gerdener stolz sein können, und einer tollen Dorfgemeinschaft“ sprach Melles Bürgermeister und Schirmherr Reinhold Scholz. In seiner Festansprache ging er auf die Besonderheiten Gerdens in einem „verträglichen Spannungsfeld von Industrie und Gewerbe auf der einen Seite sowie Landwirtschaft und Natur auf der anderen Seite“ ein.

Gottesdienst gut besucht

Am Sonntagmorgen war schon der Gottesdienst mit mehreren hundert Teilnehmern gut besucht. Musikalisch gestaltet wurde er von den Posaunenchören aus Buer und Melle-Petri sowie dem Altenmeller Gesangverein „Liedertafel“. Kinder gingen schauspielerisch auf das Thema „Abendmahl“ ein. Den Gottesdienst leiteten Gemeindereferentin Ulrike Meyer von St. Matthäus und Pastor Jens Kieseritzky, der (als geborener Niermann) aus Gerden stammt.

„Alle Erwartungen sind an beiden Festtagen übertroffen worden“, freute sich Mitorganisator Johannes Marahrens über die gelungenen „Gerden Games“ (wir berichteten), die Party am Samstagabend mit 1800 Besuchern, das starke Interesse am Gottesdienst und das volle Hofgelände zum gemütlichen Ausklang am Sonntagnachmittag.


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