Kisten drücken und Krüge schieben Spielespaß eröffnet die 950-Jahr-Feier in Gerden

Von Norbert Wiegand

Auf holperigem Untergrund fand das Sackkarren-Rennen statt. Dabei wurden die Teilnehmer ganz schön hin und hergeschaukelt.Auf holperigem Untergrund fand das Sackkarren-Rennen statt. Dabei wurden die Teilnehmer ganz schön hin und hergeschaukelt.

Melle Die „Gerden Games“ eröffneten am frühen Samstagnachmittag die Feierlichkeiten zum 950-jährigen Jubiläum der Gemeinde Gerden.

16 Mannschaften traten bei sommerlicher Hitze in zehn spaßigen Wettbewerben auf dem Hof Hageböke an der Gerdener Straße gegeneinander an. Am Abend herrschte dann bei klassischen Rockhits und aktuellen Songs der Band „Back to the Roots“ bis weit in die Nacht Partystimmung unter den 1000 Gästen in der „Festhalle“.

Sport trotz Hitze

Die Organisatoren des Spiele-Nachmittags rund um Fabian Wasmus freuten sich über 64 Teilnehmer, die sich trotz extremer Wärme nicht von sportlicher Betätigung abhalten ließen. Die Vierer-Teams drückten horizontal gestapelte Kisten gegen eine Wand, schoben Bierkrüge über einen langen Tisch, fuhren Mitspieler auf Sackkarren, rollten Strohballen, hüpften zu zweit mit zwei zusammengenähten Säcken, liefen auf Stelzen und transportierten Mitspieler auf Stäben.

Immer geht etwas schief

Diese anspruchsvollen Übungen, bei denen immer wieder etwas schief ging, machten nicht nur den Akteuren Spaß, sondern sie hatten auch einen hohen Unterhaltungswert für die zahlreichen Zuschauer. Als Höhepunkt unter den Spiele-Stationen erwies sich der „Looping Louie“. Das eigentliche Tisch-Spiel hatten Fabian Wasmus und seine Mitstreiter in Übergröße so gebaut, dass die Menschen als lebensgroße Spielfiguren agieren mussten. Immer vier Teams gleichzeitig mussten mit einer Wippe ihre jeweils vier Scheiben gegen eine stetig schwingende Riesenkeule verteidigen. Spieler und Zuschauer waren gleichermaßen beeindruckt von der ausgefeilten mechanischen und elektrischen Konstruktion.

Wasmus GmbH gewinnt

Als Sieger der „Gerden Games“ wurde das Team Wasmus GmbH ermittelt, auf dem zweiten Platz folgte Depenbrock, auf dem dritten Hollys Trauben. Aber auch alle anderen Gruppen zeigten großen Einsatz, der vom Publikum mit viel Beifall honoriert wurde: Fanta 4, Stary-Familie, Promille Gerden, Black Ladys, Hüpel GmbH, Mediastall, Miks, Die wilden Waschlappen, Gerdener Kreuz, Krach in Krukum, Gerdener Jäger, Cool Hoppies und Hot Hoppies.

Während die meist jugendlichen und mittelalten Mitspieler um Punkte wetteiferten und die Kinder in der Hüpfburg tobten, machte es sich das amüsierte meist etwas ältere Publikum bei Speisen und Getränken unter Sonnenschirmen und einem großen aufgespannten Sonnensegel gemütlich. In den geselligen Runden ging es vielfach um das Thema „Gerden gestern und heute“. Dabei zeigte sich, dass so manche alte und freundschaftliche Rivalität bis heute fortbesteht.

Schule und Kneipe

„Ihr in Obergerden hattet die Schule, wir in Untergerden hatten dafür aber die Kneipe“, erinnerte sich Johannes Marahrens. „Melle kann sich ein Jahr vor seinem 850. Geburtstag schon mal anschauen, wie bei uns ein großes Jubiläum gefeiert wird“, meinte Ernst-August Hoppenbrock augenzwinkernd. „Melle ist ja eigentlich ein Vorort von Gerden“, konnte sich Wilhelm Wittenbrock auch 48 Jahre nach der Eingemeindung einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen.

Ein zum Jubiläum aufgestelltes gelbes Ortsschild zeigt den Ortsnamen „Obergerden“ in Fettdruck, darunter steht „Statt Melle“, was sicherlich kein ungewollter Rechtschreibfehler ist. „Dieses Schild wurde schon zur 925-Jahr-Feier eingesetzt“, blickten Olaf Wittenbrock und Andreas Ellebrecht zurück. Den Begrüßungskranz in Lkw-Durchfahrtshöhe über dem Hoppenbrocksweg haben die Nachbarschaften Landwehr und Hoppenbrocksweg gebunden.


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