Selbstversuch mit Tücken Stand-up-Paddling auf dem Ludwigsee in Melle-Gesmold

Von Catharina Kellermann


Gesmold Der Trend des Sommers heißt Stand-up-Paddling: Wagemutig startet unsere Mitarbeiterin auf dem Ludwigsee in Gesmold einen Selbstversuch.

Zwei wichtige Lehren zuerst: Erstens: Als absoluter Anfänger Stand-up-Paddling auszuprobieren, während zwei Sechsjährige unbedingt mit auf das Brett wollen, ist eine wirklich schlechte Idee.

Zweitens: Das Nachcremen mit Sonnenlotion nicht vergessen, vor allem den Rücken. Und auch an Schultern und Gesicht denken.

Schwieriges Lenken

Das Wetter ist heiß und sonnig und was passt da besser als ein Tag am See? Also los zum Ludwigsee in Gesmold und die Trendsportart Stand-up-Paddling ausprobieren. Kann ja nicht so schwer sein. Sich auf ein Brett stellen und mit einem Paddel vorwärtsgleiten, sollte ich hinkriegen. Das Ganze stell ich mir sehr entspannend vor. Na ja, passend zum Sprichwort, bin ich oft gefallen. Gefühlt lag ich mehr im Wasser, statt auf dem Brett zu stehen. Zum Glück ist bei den aktuellen Temperaturen der Sturz ins Wasser eine angenehme Erfrischung und nicht wirklich unerwünscht.

Aber von Anfang an: Vormittags ging es mit der Schwägerin und den beiden Neffen los. Die beiden müssen während der Ferienzeit schließlich beschäftigt werden. Erst planschen im Wasser und dabei Freunde treffen. Dann mit einem Tretboot raus auf den See. Mutter und Tante sorgen die meiste Zeit für das Vorwärtskommen, während die Kinder die Fahrt genießen und die Paddler nass spritzen. Zwischendrin wollen dann Paul und Tim, beide sechs Jahre, auch einmal treten und lenken. Trotz recht großem Abstand zu den Pedalen klappt das auch ganz gut. Das Lenken war da schon etwas schwieriger.

Geweckter Ehrgeiz

Nach dem Mittagessen geht es dann los zum Steg, um sich Brett und Paddel zu leihen. Selbstbewusst und voller Vorfreude zahlte ich die Gebühr und nehme das Brett in Empfang. Zwei unternehmungslustige und aufgeregte Sechsjährige direkt vor mir. Ein Kind setzt sich nach hinten und eines nach vorne, ich in die Mitte. So weit, so gut. Schon etwas wackelig die Angelegenheit. Dann den Anlegesteg loslassen. Okay, das Gleichgewicht mit zwei quirligen Jungs mit auf dem Brett zu halten, ist schwieriger als gedacht. Also die beiden zur Sicherheit erst einmal vom Brett bugsieren.

Dann der erste Versuch, sich auf das Brett zu stellen. Ja, ich stehe! Platsch. Nach wenigen Sekunden falle ich nach hinten und das Brett schießt nach vorne weg. Mist, die Sonnenbrille liegt auf dem Grund – zum Glück ist dieser nur einen knappen Meter entfernt. Also Brille retten und der Schwägerin zur Aufbewahrung geben. Zweiter Versuch zum ausgelassenen Lachen der beiden Jungs, die sich köstlich amüsierten. Diesmal stehe ich etwas länger, zumindest bis ich versuche, mich mit dem Paddel vorwärts zu bewegen. Okay, das Ganze ist doch nicht so einfach wie gedacht. Aber jetzt ist mein Ehrgeiz geweckt. Wieder rauf auf das Brett und vorsichtig hinstellen. Leider beschließt mein Neffe, dass es viel lustiger ist, wenn ich wieder ins Wasser falle und wackelt am Brett.

Folge: Muskelkater

Das Ergebnis entspricht dann auch ganz seinen Vorstellungen. Nun gut, Neffe verscheuchen und weiter üben. Irgendwann schaffe ich es tatsächlich, ein paar Schläge stehend hinter mich zu bringen. Zwar sieht das Ganze noch nicht sonderlich elegant oder professionell aus, aber egal: Ich stehe und paddle gleichzeitig. Geschafft! Nun wollen die Jungs aber auch wieder mit auf das Brett. Die restliche Zeit war dann weniger Stand-up-Paddling als vielmehr Sit-down-Paddling, aber das klappt gut. Besonders begeistert waren die beiden, als ich versuchte, sie durch Hin- und Herwippen des Bretts ins Wasser zu kippen.

Lachend und kichernd halten sie sich fest, bevor es dann doch ab ins Wasser geht. Außerdem wollen die beiden es auch einmal mit dem Stand-up-Paddling ausprobieren. Mit kleiner Hilfestellung von mir, standen beide auch schnell recht sicher auf dem Brett. Statt selbst zu paddeln, schob ich das Brett langsam nach vorne. Aber dann war es auch mit dem Gleichgewicht der beiden Jungs vorbei und sie fielen auf ihre Knie. Auch die kleinen Geschwister wollen nun Spaß auf dem Brett haben, so dass ich plötzlich eine Traube von Kindern auf dem Brett habe. Viel Spaß für alle.

Fazit meines Stand-up-Paddling-Versuches: Eine wirklich lustige Trendsportart, bei der es zu Beginn gilt, keine Angst zu haben, dass es regelmäßig ins Wasser geht. Außerdem sollte man damit rechnen, auch am nächsten Tag noch die Folgen zu spüren – ich sag nur: Sonnenbrand und Muskelkater.


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