Höchste Sportstätte im Grönegau Boule-Bahn ist das Fitnessstudio in Melle-Oberholsten

Von Norbert Wiegand


Oldendorf. Auf der höchsten Boule-Bahn des Grönegaus spielen auch Kinder. Kindgerechte Kugeln und Standard-Kugeln für Erwachsene, die kurz entschlossen ein Spiel machen wollen, liegen im Pavillon neben der Bahn in Oberholsten immer bereit.

Es ist eine illustre Herrenrunde, die sich im Sommerhalbjahr jeden Dienstagabend an der Boulebahn trifft. Das jüngste Mitglied der Gruppe ist Mirko Zinn (35), die anderen Teilnehmer sind 60 plus x.

Einzigartige Lage

„Wir sind acht Oberholstener und bald kommt noch ein Westerhausener aus dem Tal dazu“, erklärt Gerhard Lülf. Auf die einzigartig schöne Lage der Bahn in 162,5 Meter Höhe mit reizvoller landschaftlicher Umgebung weist Jürgen Oberhespe hin: „Beim Spiel haben wir einen direkten Blick auf unsere höchste Erhebung, den Hesterbrink.“

Eine weitere Gruppe spielt immer am Freitagabend. Die drei Meter breite und elf Meter lange Bahn wird aber gelegentlich auch zwischen den festen Terminen spontan genutzt. Kurz entschlossene Spieler bringen eigene Kugeln mit oder sie finden im schmucken hölzernen Pavillon nebenan einen etwas älteren Kugelsatz, der dort immer bereit liegt. Dort liegen auch die leichteren bunten Kugeln für die Kinder, die in den Ferien fast jeden Tag auf der Bahn anzutreffen sind. „Man muss nicht 60 Jahre alt sein, um Spaß am Boulen zu haben“, sagt Bastian Knigge (9), der sich oft mit drei bis vier Freunden an der Boule-Bahn trifft.

Gut bewachte Bahn

Nachbar Georg Dongowski hat die Bahn immer im Blick und kümmert sich nicht nur mit dem Bahn-Abzieher um die stetige Pflege der Anlage. „Bis jetzt habe ich noch keinen einzigen Platzverweis aussprechen müssen“, freut sich der Polizeibeamte über den meist pfleglichen Umgang mit der Boule-Bahn. Dongowski war auch der Initiator der 2012 und 2013 gebauten Bahn.

In diesen beiden Jahren ist in weitestgehender Eigenhilfe ein regelrechter Dorfgemeinschaftsplatz direkt neben der alten Schule entstanden, die schon lange als Veranstaltungszentrum genutzt wird. Dort befinden sich jetzt auch ein gepflegter Spielplatz mit Seilbahn und Slatline, ein Clubhaus für die Line-Dancer, ein Feuerplatz und eine Schutzhütte. Und die höchst gelegene Boule-Bahn des Grönegaus.

Treff für Jung und Alt

„Wir wollten mit dieser Anlage den Ort beleben“, blickt der engagierte Planer Georg Dongowski auf die Gemeinschaftsinitiative der Nachbarn der Alten Schule, der Feuerwehr, des Gesangvereins und der Hol-West-Line-Dancer zurück. „Durch unser Engagement ist so ein Treffpunkt für Jung und Alt entstanden, und dazu gehört vor allem auch die Boule-Bahn“, ergänzt Hans Lumme. Denn beim kostenlosen Boulesport gehe es vorrangig um Begegnung und Geselligkeit.

„Das Boule-Spiel ist gut für die Gesundheit“, ist Gerhard Lülf überzeugt. „Man muss sich oft nach den Kugeln bücken, das erinnert einen immer an die Wohlstandsringe im Bauchbereich“, bestätigt ihn Wolfgang Lagers. „Wenn man bei uns mitmacht, dann muss man nicht mehr unbedingt in ein Fitnessstudio unten im Tal“, ergänzt Jürgen Oberhespe. Den Einwurf, das Boulespiel erfordere nur wenig Bewegung, lässt Hans Lumme nicht gelten: „Immerhin macht jeder 60 Würfe pro Durchgang, das sind 120 Würfe an einem der zwei- bis zweieinhalbstündigen Abende.“


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