Zuspruch für gestraffte Programmfolge Streitlustiges Buer zeigt sich versöhnlich


Buer. Bei heißen Temperaturen bot die „dicke Linde“ mit ihrem üppigen Laubdach beim „Guten Montag“ angenehme Kühlung für die rund 250 Veranstaltungsteilnehmer. Diese erwiesen sich in der politischen Diskussion als offenbar sichtbar zufrieden mit der Situation in Buer.

Die gezeigte Friedfertigkeit im sonst streitlustigen Buer mag ihre berechtigten Gründe haben. Denn in ihren Grußworten zeichnete Christina Tiemann als stellvertretene Bürgermeisterin ein wahrlich imposantes Leistungsbild der Stadt.

Günstige Baulandsituation

Sprudelnde Steuereinnahmen, nahezu Vollbeschäftigung und unzählige private wie öffentliche Baustellen ließen kaum Zweifel aufkommen, dass sich Melle für zukünftige Herausforderungen gewappnet habe. Sie beglückwünschte die Bueraner zu der günstigen Baulandsituation in Buer. Gute ortsnahe Infrastrukturen ließen sich ihrer Auffassung nach nur dann erhalten, wenn stabile Bevölkerungszahlen mit entsprechenden Wohnungsangeboten eine wirtschaftliche Basis böten.

Ortsbürgermeister Dieter Finke-Gröne konnte viele Repräsentanten aus Politik, Vereinen und bekannten Organisationen willkommen heißen. Als Landtagsabgeordnete war Gerda Hövel anwesend, und nahezu aus jedem Stadtteil waren kommunale Mandatsträger zugegen. Auch viele Vertreter der Bueraner Geschäfts- und Vereinswelt ließen sich die jährliche Bürgerversammlung nicht entgehen.

Pastor Krahn als Vertreter der Ev. Kirche erläuterte verschiedene Projekte der St. Martini Kirchengemeinde wie den Bau von 14 seniorengerechten Wohnungen an der Stüwestraße sowie das „Glockenprojekt“ mit einem Kostenvolumen von über 170000 EUR. Beide Projekte symbolisierten sichtbar und dann hoffentlich auch „hörbar“ den Erneuerungs- und Anpassungsanspruch der Kirchengemeinde.

Viel Lob befand er für Spendenbereitschaft und das ehrenamtliche Engagement und bat darum, hier nicht nachzulassen. Ortsratsmitglied Peter Gromm erläuterte das ILE-Projekt zweier Boulebahnen nahe der „Dicken Linde“, das der SoVD in Buer initiiert habe.

Musikalische Einlagen

Ortsratsmitglied Dirk Kath bedankte sich bei den Bueranern als Präsident des Schützenvereins für deren Teilnahme am Schützenfest, das stets eine Plattform für bürgerliches Miteinander böte.

Nach dem Verlesen des Protokolls 2017 durch Bürgerbüroleiter Michael Saffran und musikalischen Einlagen der Grönegau Musikanten legte Finke-Gröne seinen Jahresbericht in gestraffter Form vor. Die Kürze, so Finke-Gröne, möge den Bürgern mehr Zeit einräumen für Diskussionen und persönliche Begegnung. Sein Bericht trug die Überschrift „Viel los in Buer“. Diejenigen, die dem Stadtteil Lebendigkeit absprächen, würden die Wirklichkeit nicht kennen und sich leider häufig selbst nicht am Gemeinschaftsleben beteiligen.

Zu den privaten ortsprägenden Veranstaltern zählte er die Martinikonzerte, Kulturwerkstatt, internationales Kinderfest, Kunsthandwerkermarkt, die ARTIG-Kleinkunst, das Festival „Unter 15 Eichen“, das Schützenfest, die Kirchenveranstaltungen, Rütli und Plattdeutsche Runde, der Traktorenverein und vieles mehr. Besonders erwähnte der Ortsbürgermeister die preisgekrönten Aktivitäten der Lindenschule und Kooperationspartnern mit Dorfgeflüster, Watch Out und Buchprojekten.

Bereitstellung von Bauland

Die kommunalpolitische Aufgabenliste sei nicht minder umfangreich, so der Ortsbürgermeister. Er dankte der Stadt für ihre Beteiligung bei diversen Investitions- und Sanierungsmaßnahmen sowie für die Bereitstellung von Bauland. Er verwies auf die beiden geplanten WLAN–Anschlüsse in der Kirchhofsburg und am Sportzentrum Bergfeld sowie auf die begonnene Breitbandverkabelung mit teilweise direkten Glasfaserverbindungen zu einzelnen Kunden.

Arend Holzgräfe als stellvertretender Ortsbürgermeister erläuterte Förderprojekte aus dem ILE-Programm mit besonderem Akzent auf das Vorhaben einer möglichst behindertengerechten Flächengestaltung der Kirchhofsburg. Er lobte überdies das außergewöhnlich gute private Engagement bei der Sanierung der beiden Dorfglocken in Bulsten und Wehringdorf. Holzgräfe gab zudem der Hoffnung Ausdruck, dass der städtische Antrag auf Aufnahme der Region Buer, Riemsloh und Bruchmühlen in das „Programm Dorfentwicklung“ des Landes Erfolg haben möge.

Dem zweistündigen Programm folgte ein intensives, buntes und langes Miteinander der Bürger. Ganz offensichtlich schien Zufriedenheit zu herrschen. Vielleicht ein Fingerzeig auf die Planungen zukünftiger Vorhaben.


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