Schmetterling liebt die Wärme Seltene Schwalbenschwänze in Melle gesichtet

Der Markendorfer Schwalbenschwanz hielt sich vornehmlich an den Blüten des Großen Alants auf. Foto: Volker TiemeyerDer Markendorfer Schwalbenschwanz hielt sich vornehmlich an den Blüten des Großen Alants auf. Foto: Volker Tiemeyer

pm/fr Buer. Wow, einen so großen heimischen Schmetterling hatte die passionierte Kleingärtnerin noch nie zuvor in ihrem Leben im Blumenbeet gesehen: Die Rede ist vom Schwalbenschwanz, der zur Freude von Martha Tiemeyer in ihrem Garten in Markendorf gesichtet wurde.

Dieser Tagfalter besticht nicht nur durch eine Flügelspannweite von bis zu knapp acht Zentimetern, sonder ganz besonders durch seine farbenfroh gestalteten Flügel. Dazu kommen seine beiden an einen Schwalbenschwanz erinnernden Anhängsel im unteren Bereich der Flügel. Damit ist er in seinem Erscheinungsbild unverkennbar.

Lebt nur wenige Wochen

In klimatisch begünstigten, das heißt trockenwarmen Jahren dringen dieser vor allem in Süddeutschland vorkommende Falter bis hoch in den Norden vor.

Nach Mitteilung der Stiftung für Ornithologie und Naturschutz (SON) erklärt dies die aktuellen Nachweise in und um Melle. Der SON liegen nämlich neben dem Markendorfer Schwalbenschwanz-Nachweis weitere Beobachtungen aus Wellingholzhausen vor.

Die bevorzugten Lebensräume des Schwalbenschwanzes sind warme und blütenreiche Hanglagen, Extensivgrünland und naturnah gestaltete Gärten, in denen er von Anfang April bis Ende September zu beobachten ist. Doch leider hat der aus einer Puppe schlüpfende Falter nur eine Lebensdauer von drei bis vier Wochen.

Martha Tiemeyer hingegen sieht sich in ihrem unermüdlichen, über sieben Jahrzehnte währenden Wirken im Blumen- und Gemüsegarten bestätigt: „Ein abwechslungsreich gestalteter Garten bietet eben sowohl für die Familie als auch für heimische Tiere etwas Gutes.“

Gärten mit Blüten

Und das bestätigt die SON, denn es seien gerade vielfältig und vor allem blütenreich kreierte Gärten, die dem Schwalbenschwanz einen Lebensraum böten. In vielen Regionen Deutschland ist die Art zurückgegangen und deshalb sei es wichtig, den Schwalbenschwanz und anderen Tagfaltern im eigenen Garten zu fördern. Doch wie kann das geschehen? „Indem zum Beispiel ein Hochstaudenbeet mit Gewöhnlicher Flockenblume, Karthäuser-Nelke, Natternkopf und Wiesen-Witwenblume in sonniger Lage angelegt wird, aus deren Blüten die Faltern ihre Nektarnahrung beziehen“, so Florian Seifert von der SON.


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