Spannung unter Staubwolken Baumstammziehen in Melle-Oldendorf lockt viele Besucher

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Oldendorf. Reifen furchten durch den trockenen Boden. Motoren dröhnten im Kampf gegen die Uhr und die Beharrungskräfte von bis zu 1,5 Tonnen Holz: Von Staubwolken eingehüllt, verfolgten zahlreiche Besucher am Sonntag das Baumstammziehen in Westerhausen.

Zum fünften Mal organisierte die Gruppe „Ländliches Brauchtum“ im Heimat- und Verschönerungsverein Westerhausen/Föckinghausen den kultigen Wettkampfspaß. Und die Idee, die der Vorsitzende Eduard Meyer zu Eißen aus Bayern mitbrachte, kommt auch im Grönegau bestens an. Mit 75 Startern in neun Leistungsklassen von 10 bis 15 PS in der kleinsten Klasse bis hin zu über 100 PS verzeichneten die Organisatoren deshalb einen neuen Teilnehmerrekord.

Old- und Youngtimer

Die Besucher lassen sich das staubige Vergnügen ohnehin nicht entgehen: Viele kleine und große Fans verfolgten bei kühlen Getränken und heißen Würstchen den Wettkampf der ländlichen Old- und Youngtimer. Zwischen 600 Kilogramm und rund 1,5 Tonnen brachten je nach Leistungsklasse die Baumstämme auf die Waage, die über den 120 Meter langen Kurs zu ziehen waren. Motorkraft allein reichte dazu allerdings nicht aus.

Bergab Tempo aufnehmen für den bevorstehenden Anstieg, aber nicht zu viel, um nicht aus der Kurve getragen zu werden: „Man auch muss die Geschwindigkeit richtig einschätzen“, riet vielmehr Florian Wasmus, der auf seinem Massey Ferguson 165 in der Klasse 51 bis 60 PS an den Start ging. Und wer den Baumstamm perfekt in der Spur hielt, konnte zusätzlich wertvolle Zehntelsekunden einsparen. An das Wettkampfmaterial stellte der immer tiefer eingegrabene Boden nicht unerhebliche Anforderungen.

Doch wo sich die Ketten am Baumstamm einmal lösten, waren sofort kompetente Helfer zur Stelle. Zwei Durchgänge absolvierten die Starter im Kampf gegen die elektronische Zeitmessung. Hinter rot-weißem Absperrband drückten die kleinen und großen Fans der Trecker-Veteranen ihren Favoriten die Daumen. Sieg und Platzierung waren beim kultigen Motorsport-Spaß beinahe nebensächlich. Der Meller Florian Wasmus sprach vielen der Teilnehmer von beiden Seiten der Landesgrenze aus dem Herzen: „Es geht um den Spaß und die Geselligkeit.“ Eine gesunde Portion Ehrgeiz war am Steuer natürlich trotzdem dabei.

Der Dank des Vereinspräsidenten galt unterdessen den vielen Helfern auf und am Rande des Pull-Parcours sowie dem MSC Melle, der für das Event die Messtechnik zur Verfügung stellte.


Die Sieger in den einzelnen Gruppen:

  • Gruppe A (bis 15 PS) Kai Nesemeyer auf einem Kramer KL 130 mit einer Gesamtzeit von 1:27:640 ;
  • Gruppe B (bis 22 PS) Lutz Schaber auf IHC mit 1:20:430;
  • Gruppe C (bis 30 PS) Matthias Habighorst auf Fendt D2 mit 1:23:050;
  • Gruppe D (bis 40 PS) Timon Vodegel auf Deutz 4006 mit 0:57:420;
  • Gruppe E (bis 50 PS) Wilfried Panhorst auf IHC mit 1:22:190;
  • Gruppe F (bis 60 PS) Eckhard Schmedt auf IHC 554S mit 1:15:72;
  • Gruppe G (bis 80 PS) Jan Wiesehahn auf IHC mit 1:23:820;
  • Gruppe H (bis 100 PS) Stefan Lindemann auf John Deere 3120 mit 1:33:740;
  • Gruppe I (über 100 PS) Martin Kaase auf Fiat Agri 130-90 mit 1:22:02.

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