„Des Knaben Wunsch“ „Oldies“ beim DKW-Motorradtreffen am Automuseum Melle


spr Melle. Dem einen oder anderen Besucher des Automuseums kamen Kindheitserinnerungen in den Sinn, als am Freitagnachmittag 40 DKW‘s den Innenhof mit dem typischen Zweitaktgeruch und eindrucksvollem Auspuffnebel erfüllten.

Der europaweit einzige DKW-Motorradclub besuchte anlässlich des Jahrestreffens mit 60 Teilnehmern aus Deutschland und den Niederlanden das Automuseum. Organisator und erster Vorsitzender Jörg Sprengelmeyer ist eine Koryphäe auf dem Gebiet der DKW-Geschichte und ein Begriff in dieser Szene.

Einmaliges Erlebnis

Seine Bücher über DKW Fahrzeuge sind bei Liebhabern ein Muss. Am Freitag reiste er mit einer DKW RT 175 in Bundeswehrausführung an. „Wir sind in Georgsmarienhütte gestartet und mit unseren 40 Maschinen die schon für das Bergrennen in Borgloh präparierte Strecke gefahren. Für viele Teilnehmer ein einmaliges Erlebnis“, erzählt er.

Seit 1980 hat sich Sprengelmeyer den DKW Fahrzeugen verschrieben. Seine erste DKW war eine 200 H. „Die habe ich damals für 80 DM erworben“, so Sprengelmeyer.

Der Däne Jörgen Skafte Rasmussen begann 1916 mit der Entwicklung des ersten Dampfkraftwagens (DKW) und ist der Vater des Zweitaktmotors. Gleichzeitig wandte er sich auch der Vermarktung eines Kleinmotors zu. Dieser Kleinmotor hatte den Namen „Des Knaben Wunsch“ (DKW) und war eine Alternative zur Spielzeugdampfmaschine. Auf die Frage nach der Bedeutung der Marke DKW kommt von den Herren oft die Antwort „Des Knaben Wunsch“.

Leuchtende Augen

Leuchtende Augen deuten darauf hin, dass auch sie einmal diesen Wunsch gehegt haben, einen Spielzeugzweitakter zu besitzen. Der Wettergott bescherte den Ausflüglern blauen Himmel und eine Sonne, die die polierten Chromteile strahlen ließ. Es waren nicht nur DKW am Start, sondern auch die wassergekühlte Scott mit ihrem pinkfarbenen Tank war ein Anziehungspunkt. Schrotthändler Wolfgang Grund aus Karl- Marx- Stadt (heute Chemnitz) machte vor vielen Jahren ein ganz besonderes Schnäppchen: „Ein älterer Herr rief mich an und fragte, ob ich seinen Roller abholen und verschrotten könne. Natürlich holte ich ihn, aber was ich dann sah war einfach großartig. Ein gut erhaltener IWL (Industriewerk Ludwigsfelde) SR 56 „Wiesel“ erwartete mich. Ich verschrottete ihn nicht, brauchte ihn nicht zu restaurieren. Ich habe lediglich eine Sitzbank draufgemacht“.

Das DKW-Sport-Block-Gespann mit Baujahr 1934 fiel nicht nur durch ihre rote Lackierung auf, sondern auch durch ihren Mitfahrer im Beiwagen. Ein Golden Retriever mit Schutzbrille ließ sich genüsslich den Fahrtwind um die Nase wehen, während Frauchen auf dem Sozius platznehmen musste. Gestärkt und mit viel neuem Wissen und vergangenen Geschichten, berichtet durch Heiner Rössler, trat der DKW-Motorradclub zwei Stunden später die Rückreise an und verschwand im dichten Zweitaktnebel.


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