Facettenreiche Orgelkunst Nordische Klänge zum Orgelsommer in Melle

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Als ausgewiesener Experte für historische Orgeln brachte Winfried Dahlke aus Weener die Klausing-Orgel facettenreich zum Klingen. Foto: Petra RopersAls ausgewiesener Experte für historische Orgeln brachte Winfried Dahlke aus Weener die Klausing-Orgel facettenreich zum Klingen. Foto: Petra Ropers

rop Melle. Ein außergewöhnliches Programm begeisterte die Musikfreunde im vorletzten Konzert der Sommerlichen Orgelreihe. Als ausgewiesener Experte für historische Orgeln brachte für sie Winfried Dahlke den Facettenreichtum der Klausing-Orgel in der St. Matthäus-Kirche zum Klingen.

„Ein außergewöhnlich schönes Instrument“, befand der Organist aus dem ostfriesischen Weener nach dem Konzert. Und Winfried Dahlke weiß, wovon er spricht. Schließlich ist er nicht nur Kirchenmusikdirektor der Evangelisch-reformierten Kirche und Organist an der mehr als 400 Jahre alten Orgel der reformierten Kirche zu Leer. Er ist auch künstlerischer Leiter des Organeums in Weener, das sich dem Erhalt der ostfriesischen Orgellandschaft verschrieben hat, und Sachverständiger für historischen Orgelbau und Orgelrestaurierung.

Liebliche Lieder

„Mit Psalmen und Lobsengen und geistlichen lieblichen Liedern“ gestaltete er die musikalische Stunde in der St. Matthäus-Kirche, die eingeläutet wurde von Gerd Kruse am Carillon im Rathausturm. Auf dem Weg in die Kirche begleiteten die Besucher unter anderem Vorspiele verschiedener Komponisten zum Choral „Herr Christ, der einig Gotts Sohn“. Den Choral selbst, der Johann Sebastian Bach oder auch Georg Böhm zugeschrieben wird, nahm Winfried Dahlke in sein Programm auf, das umrahmt wurde von Praeludien Vincent Lübecks.

Als virtuoser Dialog von Manualen und Pedal empfahl sich dabei das eröffnende Praeludium d-Moll, das kaskadenartige Läufe in ein machtvolles Finale münden ließ. Zum inspirierenden Spiel mit den Klangfarben der Orgel avancierten die folgenden Psalmen und Choräle, deren Verse – etwa in der Vertonung des 24. Psalms durch den niederländischen Frühbarock-Komponisten Anthoni van Noordt – Dahlke vielseitig in Szene setzte.

Ausdrucksstarker Abschluss

Mal galant aufgelöst, mal in ruhiger Melodieführung von auf- und abeilenden Läufen umspielt, dann wieder fast verträumt in klangschönen Figuren präsentierten sich die Verse des Chorals „Herr Christ, der einig Gotts Sohn“. Die insgesamt 14 Variationen in Georg Böhms Partita über „Jesu du bist allzu schöne“ boten dem Orgelexperten schließlich Gelegenheit, von weichen Flötenklängen bis zur festlichen Strahlkraft alle Facetten der Klausing-Orgel auszuloten.

Mit Jan Pieterszoon Sweelinck setzte Dahlke einen weiteren Niederländer auf das Programm, das mit Vincent Lübecks von Doppelbass und dreifach verknüpften Fugen geprägten Praeludium g-Moll seinen ausdrucksstarken Abschluss fand. Anhaltender Beifall dankte dem Organisten, der von den voll besetzten Bankreihen sichtlich angetan war: „Schön, dass sich so viele Menschen an dieser Musik erfreuen.“


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