Der Treckergrill von Helmut Gerker ist schon seit 20 Jahren im EinsatzBratrost kommt überall hin Helmut Gerker aus Melle baut mobilen Treckergrill

Von Norbert Wiegand

Ein Hingucker: Aus einem 1600-Liter-Druckluftbehälter hat Helmut Gerker vor 20 Jahren seinen mobilen Treckergrill gebaut. Foto: Norbert WiegandEin Hingucker: Aus einem 1600-Liter-Druckluftbehälter hat Helmut Gerker vor 20 Jahren seinen mobilen Treckergrill gebaut. Foto: Norbert Wiegand

Melle. Für große Grillpartys in schwer zugänglichem Gelände ist der selbst gebaute Treckergrill von Helmut Gerker die ideale Lösung.

Denn dieser Grill muss nicht zerlegt, in den Kofferraum gepackt, weite Strecken über Feld- und Wiesenwege getragen werden. Er kommt einfach mit dem Trecker zum Ort der Feier und ist sofort einsatzbereit.

„Ich habe auf dem Gelände des stillgelegten holzverarbeitenden Betriebes Heitmann in Spenge einen 1600-Liter-Druckluftbehälter in der Schrottecke rumstehen sehen“, blickt Helmut Gerker auf die Ursprünge des ungewöhnlichen Grills vor 20 Jahren zurück. „In diesem 2,50 Meter hohen Kessel habe ich sofort vor meinem inneren Auge den mobilen Grill gesehen“, ergänzt er. Vor allem gefiel ihm, dass der Kessel auf drei Beinen steht: „Denn dann wackelt er nicht.“ Er durfte sich den tonnenschweren Behälter aus sieben Millimeter dickem Stahl abholen.

Passenden Rost geschweißt

Gemeinsam mit Ulrich Heidenreich schweißte er dann zu Hause aus Flacheisen ein passendes Rost. Zuvor hatten die beiden mit dem Schneidbrenner eine große Öffnung in den Kessel als Zugang für das Grillgut eingebracht. Damit der Rauch gut abziehen kann, schnitten sie oben für das dicke Stück Ofenrohr ein Loch aus. Unter dem Rost schweißten Gerker und Heidenreich noch eine alte Ofenklappe ein. Zum Abschütteln der Asche und zur Höhenverstellung baute Gerker einen Hebel-Mechanismus.

Den so entstandenen Grill hat Helmut Gerker nie gewogen. „Er ist aber so schwer, dass er sich ohne Trecker auch mit zwei kräftigen Männern nicht bewegen lässt“, merkt er an. Mittels der klassischen Drei-Punkt-Aufhängung kann der Grill mit dem alten Trecker verbunden werden, dem Eicher Wotan II mit sechs Zylindern. Dieser Traktor von 1970 ist vermutlich etwa so alt wie der Druckbehälter.

Zu heiß für Würste

Den erstaunlichen Grill haben die beiden begabten Handwerker ohne jede Anleitung gebaut. „Ich bin ganz nach meinem Bauchgefühl gegangen“, berichtet Gerker, der in Bruchmühlen als Gemeindearbeiter tätig ist. Er vermutet, dass der Brennvorgang ohne die obere Hälfte des Behälters sogar noch besser ablaufen würde. Aber „wegen der Optik“ hat er den schönen bauchigen Aufbau erhalten und noch einen Rauchabzug drauf gesetzt.

15 Steaks in kurzer Zeit

Überhaupt zeichnet sich der Treckergrill durch einen schnellen Brenn- und Durchglühvorgang aus. Schon als Grundfüllung werden 7,5 Kilogramm Grillkohle benötigt. Es ist kein Problem, 15 große und dicke Steaks in kurzer Zeit zu garen. Für Bratwürste nimmt der Groß Aschener aber einen zweiten Aufstellrost, weil die Würste sonst zu schnell zu heiß würden. Für Pickert gehört eine spezielle Pickertpfanne zu seiner Ausrüstung.

„Mindestens 25 Leute mit gutem Appetit sollten es schon sein“, macht Gerker klar, dass sich seine große Konstruktion nicht für kleine Feiern eignet.

Sein Treckergrill war zuletzt beispielsweise bei einer Feier der Groß Aschener Feuerwehr, einem Fest des Unterhaltungsverbandes „Else“ Nr. 29 oder beim Freundschaftstreffen mit dem französischen Bruchmühlener Partnerort Cires les Mello im Einsatz. Um das Grillen kümmert sich Helmut Gerker stets selbst. „Ansonsten wird der mobile Grill nur bei Feiern innerhalb der Familie und bei ganz guten Freunden eingesetzt“, lässt Gerker unmissverständlich keinen Zweifel aufkommen, dass die Konstruktion weder bestellt noch ausgeliehen werden kann.


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