Zwölf Jahre, und dann? Waldorfschüler aus Melle machen Abitur

Von Christoph Franken


Melle Vier ehemalige Schüler der Freien Waldorfschule Melle haben in diesem Sommer ihr Abitur gemacht. Der folgende Text zeichnet ihre Schullaufbahn in Melle nach und zeigt, wie die Waldorf-Absolventen anschließend ihr Abitur gemacht haben.

Moritz Blumenstein kam nach der 1. Klasse von einer Grundschule in Osnabrück zur Waldorfschule nach Melle. Gerne erinnert er sich daran, wie herzlich er damals in die Klassengemeinschaft aufgenommen wurde und wie viel Spaß er gerade in den handwerklichen Fächern wie beispielsweise Gartenbau und Werken hatte.

Nachdem Moritz in Melle den mittleren Schulabschluss erworben hatte, führte ihn sein Weg ans Oberstufenkolleg in Bielefeld. Dort wusste er, genau wie vorher in der Waldorfschule, zu schätzen, dass dort sehr viel Wert auf selbstständiges Lernen gelegt wurde. Während seiner Schulzeit am Oberstufenkolleg nahm er an einer einmonatigen Exkursion nach Kenia teil, freut sich über eine Abitur-Durchschnittsnote von 1,4 und strebt ab Herbst dieses Jahres ein technisches Studium in Berlin an.

Längere Reise nach Asien

Malte Hartker gehörte zum zweiten Jahrgang, der in die Freie Waldorfschule eingeschult wurde, und hat dort nach zwölf Jahren einen qualifizierten Realabschluss erworben. Es schlossen sich zwei Jahre am Oberstufenkolleg in Bielefeld an, wo er in diesem Sommer sein Abitur mit der Durchschnittsnote 1,9 gemacht hat. Sein Weg wird ihn auf eine längere Reise nach Asien führen, bevor er sich danach dann für ein Studium oder eine Ausbildung im technischen Bereich entscheiden wird.

Benjamin Joost-Meyer zu Bakum hat die Freie Waldorfschule zehn Jahre lang besucht und sie mit dem qualifizierten Realschulabschluss verlassen. Danach erfolgte ein Quereinstieg in die 12. Klasse des Oberstufenkollegs Bielefeld, wo er zwei Jahre später seine Abiturprüfung mit 1,0 abgelegt hat.

Außerdem ist Benjamin schon seit fünf Semestern Jungstudent an der Hochschule für Musik in Detmold mit dem Hauptfach Posaune.

Mathilda Trittelwitz, die bereits den Waldorfkindergarten in Melle besucht hatte, gehörte zum dritten Jahrgang, der in die Freie Waldorfschule aufgenommen wurde. Nach der 9. Klasse wechselte sie zum Gymnasium. Während ihrer weiteren Schullaufbahn habe sie stark davon profitiert, dass ihr in der Waldorfschule wichtige Grundlagen wie beispielsweise die Grundrechenarten, ein gutes Sprachgefühl sowie praktisches Lernen und Arbeiten und Schreibkompetenz vermittelt worden seien, berichtete sie. Auch habe sie in ihrer neuen Klasse sowohl fachlich als auch sozial schnell Anschluss gefunden.

Ein Jahr später wechselte Mathilda zum Oberstufenkolleg in Bielefeld. Dort hat sie in diesem Jahr ihr Abitur mit der Durchschnittsnote 1,0 gemacht. Zum Wintersemester 2018/19 wird sie dann an der Humboldt-Universität Berlin ein Studium der Sozialwissenschaften aufnehmen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN