Geben – Hören – Sagen und kein Re Reizen beim Skat-Club „Maurermeister“ in Melle-Buer

Von Conny Rutsch


Buer. Das ist heute kaum noch zu sehen: drei Kartenspieler in der Schulpause, im Bus, in der Kantine oder Kneipe. Früher wurde Skat in jeder freien Minute gekloppt. Re und Kontra und mittendrin ein heftiger Schlag auf den Tisch, das war ein Lebensgefühl.

„In Zeiten von Handy und Co. wird wohl anderes gespielt und Skat sicher auch online“, bedauert Bernd Mischnik, Vorsitzender des Bueraner Skat-Clubs „Mauerermeister“. In der Gaststätte Birr aber geht es – sage und schreibe – immer dienstags und samstags an die Tische. Es wird gemischt, gezählt, gereizt, gedrückt. Aber das von früher vertraute „Re“ und das oft folgende „Kontra“ sind nicht zu hören.

Spielerfahrung spielt große Rolle

„Wir spielen nach den Regeln des Deutschen Skatverbandes (DSKV) “, erklärt der Spielwart und Schatzmeister des Clubs, Wolfgang Kampmann. Nach offiziellem und internationalem Regelwerk gibt’s das Spielen mit Ansagen wie Re und Kontra oder Ramsch nicht, um „Streit zu vermeiden“, wie es heißt. In privaten Kreisen wird so aber immer noch gespielt. „Kneipenskat“, nennt das Wolfgang Kampmann. Der Bueraner Skatclub spielt nach offiziellen Regeln, denn eine Mannschaft des Clubs nimmt sogar an Turnieren in der Oberliga Ostwestfalen/Lippe teil.

Gereizt wird selbstverständlich auch hier. Die Kartenfarben des Spiels besitzen Grund- und Reizwerte, die jeder Spieler für sich zählt und dann mitreizt. Jeder Spieler erhält zehn der 32 Karten, zwei werden verdeckt auf den Tisch gelegt. Die erhält der Spieler, der das Reizen gewonnen hat und kann sie in sein Blatt einordnen und zwei andere ablegen. Trümpfe sind die Buben, bei den Farbspielen immer auch eine Farbe. Ein Spieler spielt gegen die beiden anderen und muss, um zu gewinnen, mindestens 61 der 120 erreichbaren Punkte mit seinen Stichen einsammeln. Die Regeln sind eigentlich nicht so schwer zu verstehen, die Spielerfahrung spielt aber eine große Rolle.

Zwei Frauen im Club

„Nach kurzer Zeit kann man schon ahnen, was die anderen Spieler auf der Hand haben“, erzählt Hildegard Schultz. Und sie erklärt, warum sie möglichst jeden Dienstag und Samstag in Buer Skat spielt. „Es ist ein mathematisches Spiel, man muss jeden Stich mitrechnen“, sagt sie. Skat fördere die Konzentration. „Es ist wie Schach ein Denksport“, fügt Wolfgang Kampmann hinzu. Außerdem spielt auch die Geselligkeit mit und der Spaß am Spiel sowieso. „Wir haben sogar gespielt, als die Fußball-WM lief“, betont Bernd Mischnik.

Nichts kann diese Skatfreunde von ihrem Hobby abbringen. Sie spielen jeweils 48 Spiele mit vier Spielern, einer gibt reihum jeweils die Karten aus, spielt dann aber nicht mit.

Von den zur Zeit 15 Clubmitgliedern – auch zwei Frauen sind dabei – beteiligen sich immer etwa zwölf an den Spieltagen. „Wir freuen uns natürlich auf Mitspieler, die unsere Runde bereichern“, sagen die Spieler einhellig. Jeder kann kommen und mitspielen. Alter und Erfahrung spielen keine Rolle. Und Mitspieler aus allen Ortsteilen sind herzlich willkommen. Immerhin wohnt der Vorsitzende in Eicken und der Spielwart in Riemsloh.

„Gut Blatt“, heißt die Parole dann und los geht das spannende und kurzweilige Kartenspiel.

Der Skatclub „Mauerermeister“ aus Buer trifft sich immer dienstags um 19 Uhr und samstags um 17 Uhr in der Gaststätte „Birr“ in Buer, Bremer-Tor-Str. 1.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN