Konsum nicht nachvollziehbar 28-jähriger Meller wegen Handel mit Marihuana verurteilt

Einmal im Monat habe der Angeklagte Marihuana geraucht, gab der 28-Jährige an. Archivfoto: dpaEinmal im Monat habe der Angeklagte Marihuana geraucht, gab der 28-Jährige an. Archivfoto: dpa

cew Osnabrück/Melle. Er fuhr mit seinem BMW durch die Stadt und kutschierte mehr als 260 Gramm Marihuana in seinem Kofferraum umher. Wegen unerlaubtem Handel mit Betäubungsmitteln wurde ein 28-Jähriger aus Melle vor dem Amtsgericht Osnabrück am Montag zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Dass er Marihuana in seinem Auto hatte, räumte der Angeklagte ein. Zunächst gab er an, dass die gefundene Menge der Eigenbedarf für ihn und fünf weitere Freunde sei. „Gehandelt habe ich nicht“, so der Meller. Die Namen der Freunde behielt er für sich.

Angaben wenig glaubhaft

Als die Richterin wissen wollte, wie oft er Marihuana rauche, sagte der Angeklagte: „So einmal im Monat.“

Nachdem die Vorsitzende die Wirkstoffkonzentration der Drogen aus einem Gutachten entnommen hatte, kamen ihr die Angaben des Mellers wenig glaubhaft vor. Denn sollte er sich die Gesamtmenge tatsächlich mit fünf anderen geteilt haben, hätte er selbst immer noch über etwa 450 Konsumeinheiten verfügt.

„Das ist also bei nur gelegentlichem Konsum absolut nicht nachvollziehbar“, so die Richterin. Auch die Staatsanwaltschaft hatte Zweifel an der Aussage des Mellers.

Nachdem sich der Angeklagte in einer kurzen Pause mit seinem Verteidiger beraten hatte, räumte er ein, dass er die sicher gestellten Drogen doch „mit geringem Aufschlag weiterverkaufen wollte“.

Mit Drogen im Kofferraum erwischt

Selbst abhängig sei er aber nicht, sein Konsum hätte tatsächlich nur gelegentlich stattgefunden. Und seitdem er von der Polizei mit den Drogen im Kofferraum erwischt worden war „eigentlich gar nicht mehr“.

Das Gericht verhängte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt werden. Entscheidend bei der Strafzumessung war auch, dass der Meller zuvor nie durch Straftaten aufgefallen ist, wie die Richterin betonte.

Der 28-Jährige muss zusätzlich 1700 Euro Geldauflage zahlen und demnächst in unregelmäßigen Abständen Urinproben abgeben müssen, um nachzuweisen, dass er auch weiterhin keine Drogen konsumiert.


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