Drei Fragen an Andreas Stolte „Keine Krisenstimmung“

Meine Nachrichten

Um das Thema Melle Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Der technische Leiter des Wasserwerks in Melle: Andreas Stolte. Foto: Christoph FrankenDer technische Leiter des Wasserwerks in Melle: Andreas Stolte. Foto: Christoph Franken

Melle. Andreas Stolte (51) ist der technische Leiter des Wasserwerks in Melle. Der Diplomingenieur nimmt Stellung zu den Auswirkungen der anhaltenden Trockenheit auf den Trinkwasservorrat der Stadt.

Herr Stolte, welche Konsequenzen hat die anhaltende Hitzewelle für die städtische Wasserversorgung?

Wir beobachten, dass die Wasserverbräuche signifikant steigen. Üblicherweise werden in Melle pro Tag durchschnittlich 5500 Kubikmeter verbraucht. Momentan liegt dieser Wert bei 7500 Kubikmetern. An den drei Tagen, als es zwischendurch mal geregnet hat, sind die Verbräuche sofort wieder runtergegangen.

Der höhere Verbrauch dürfte durch Gartenbesitzer verursacht sein, oder?

Ja, Gärten, Swimmingpools und Schwimmbäder treiben momentan den Verbrauch nach oben. Dabei kommt uns im Wasserwerk noch zugute, dass gerade Ferienzeit ist und so mancher Meller nicht in der Stadt ist. Trotzdem sind wir froh, wenn jetzt nicht zu viel Wasser in den Gärten verbraucht wird. Ich appelliere daher an die Meller, ihre Pflanzen mit Augenmaß zu wässern. Schließlich müssen wir bis Oktober mit dem gespeicherten Wasser aus unseren eigenen elf Brunnen auskommen.

Kann es in Melle bei anhaltender Hitze zu einer Wasserknappheit kommen?

Die aktuellen Brunnenstände sind niedrig, aber deswegen herrscht hier keine Krisenstimmung. Es gab nämlich auch schon Jahre mit noch niedrigeren Werten. Außerdem haben wir ja inzwischen den Leitungsverbund mit Westfalen und hätten im Fall der Fälle damit eine Ausweichmöglichkeit. Wir beziehen über diese Leitung üblicherweise nur eine Grundlast. Aber im Notfall könnte diese Leitung mit mehr Wasser weiterhelfen. Ob wir eine Wasserknappheit haben, zeigt sich übrigens erst zum Ende des Jahres, denn dann schlagen die Werte in den Brunnen endgültig durch. Ab November bis in den April hinein erfolgt dann die wichtige GrundwasserNeubildung. Stellen Sie sich einen unterirdischen See vor: Der leert sich durch unserer täglichen Verbräuche bis Oktober und dann beginnt er sich wieder zu füllen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN