Großes Opernkino in Else-Lichtspeilen Live-Übertragung des „Lohengrin“ in Melle-Bruchmühlen

Von Conny Rutsch

Zur Übertragung der Premiere der Wagneroper „Lohengrin“ ist von Volker Flohre im Kino in Bruchmühlen alles vorbereitet. Foto: Conny RutschZur Übertragung der Premiere der Wagneroper „Lohengrin“ ist von Volker Flohre im Kino in Bruchmühlen alles vorbereitet. Foto: Conny Rutsch

Bruchmühlen Das wird großes Kino für alle Fans der klassischen Musik. Am Mittwoch, 25. Juli, fährt Volker Flohre in den Elselichtspielen sowohl Kino- als auch Theatervorhang beiseite und gibt den Blick frei für die Premiere aus dem Bayreuther Festspielhaus. Geboten wird die romantische Oper „Lohengrin“ von Richard Wagner.

Wie kommt der Betreiber des Einsaalkinos dazu, große Oper zu zeigen? Diese Frage beantwortet Volker Flohre ganz einfach mit: „Nischensuche“. Um möglichst vielen Kinobesuchern eine breite Palette an Unterhaltung zu bieten, begab sich Volker Flohre auf den Weg zu klassischer Musik und zum Ballett. „In der Saison 2016/17 hab ich mit den Ballettübertragungen aus dem Bolschoi-Theater in Moskau angefangen“, erzählt der Cienast. Das sei bei den Ballettfans gut angekommen.

Dann schaute er nach London hinüber zum Royal Opera House und erweiterte das Angebot mit dessen Opernübertragungen. Dabei waren unter anderem „Carmen“, „Rigoletto“, „Die Zauberflöte“, „ Macbeth“ und „Tosca“. Ab vergangener Saison steht auch Bayreuth auf seinem Programmzettel.

Was Volker Flohre, der von Hause aus gar kein Klassikfan ist, alles zu erzählen weiß, ist spannend und hochinteressant. Das Bayreuther Festspielhaus ist mitsamt der Familie Wagner immer gerne Schreibfutter in der Klatschpresse. Aktuell Ende Juni etwa sorgte Startenor Roberto Alagna für Schlagzeilen, der den „Lohengrin“ in Bayreuth mit der Begründung absagte, er habe den Operntext aus Zeitmangel nur bis zum zweiten Akt lernen können. So etwas weiß Volker Flohre. Er findet es wichtig, auch Hintergrundinfos für seine Kinogänger in petto zu haben.

Verzicht auf Riesenpause

Mit etwa 20 Kameras werden die Filmleute die „Lohengrin“- Premiere zum Satelliten senden, der wiederum die Übertragung unfallfrei in die Kinos bringt. So könnte man es fachlich falsch, aber fantasiemäßig richtig ausdrücken.

Und noch etwas ist wichtig. Die Wagnerfans wissen, dass dessen Opern richtig lange dauern, vor allem, weil im Festspielhaus bis zu einstündige Pausen zwischen den Akten eingelegt werden. Aber keine bange. Das Festspielhaus teilt in einer Presseerklärung für die Kinos mit, dass diese die Vorstellung ab 18 Uhr „live zeitversetzt“ übertragen werde, denn die Premiere beginnt dort schon um 16 Uhr. Man wolle einer größeren Anzahl von Kinobesuchern die Möglichkeit geben, an der Übertragung teilzuhaben, heißt es weiter. Effekt: Der Kino-Wagnerianer verzichtet auf die Riesenpausen und kommt dem Live-Erlebnis im Festspielhaus dadurch immer näher.

Einblicke hinter die Kulissen

Zu Beginn der Kinovorstellung gibt’s ein Vorprogramm, das in die einzigartige Atmosphäre des Festspielhauses eintauchen lässt. Und zwischen dem ersten und dem zweiten der drei Opernakte erhalten die Kinobesucher in je 20-minütigen Pausen Einblicke hinter die Kulissen des Wagner-Theaters, in die Abläufe der Premiere sowie Geschichten aus dem Munde der Sänger und Musiker. Die Oper sowie die Kinovorstellung dauert bis ca. 22.45 Uhr.

Und übrigens: Jeder kennt sicher die wohl berühmteste Hochzeitsmusik - in Kirchen und Standesämtern heute immer noch gerne bemüht – den Brautmarsch „Treulich geführt“ aus Wagners „Lohengrin“.

Also auf nach Bruchmühlen zur Premiere der Neuinszenierung des „Lohengrin“ unter Regie von Yuval Sharon und der musikalischen Leitung von Christian Thielemann, Bühnenbild und Kostüme von Neo Rauch und Rosa Loy in Bayreuth am 25. Juli um 18 Uhr.


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