Comic-Wettbewerb des Volksbundes Jurymitglieder aus Melle: Vorschläge für Staatspräsidenten

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Die Jury bestand aus Peter Eickmeyer, Heike Dörrenbächer, Sophie Hollop und Gaby von Borstel. Foto: Kirsten SimmanekDie Jury bestand aus Peter Eickmeyer, Heike Dörrenbächer, Sophie Hollop und Gaby von Borstel. Foto: Kirsten Simmanek

Melle. Neuenkirchen/Berlin. Zwei Neuenkirchener wirkten jetzt in einer vierköpfigen Jury des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge in dessen Berliner Hauptstadtbüro mit, um die Gewinner eines deutsch-französischen Comic-Wettbewerbs zu küren: der Künstler Peter Eickmeyer und seine Frau, die Autorin Gabi von Borstel.

Die Siegerehrung wird im November im Beisein von Staatspräsident Emmanuel Macron und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Berlin vorgenommen. An der Veranstaltung werden auch die Jury-Mitglieder teilnehmen.

Die Jury bestand aus Peter Eickmeyer,Gabi von Borstel, der Volksbund-Abteilungsleiterin für Gedenkkultur und Bildung, Heike Dörrenbächer, und der Berliner Volksbund-Bildungsreferentin Sophie Hollop. Die Meller waren vom Volksbund als Experten für die Jury auserkoren worden, weil Ihre Graphic Novel „Im Westen nichts Neues“ genau zum Thema des Wettbewerbs passte: Der Erste Weltkrieg. Die Graphic Novel aus Neuenkirchen basiert auf dem gleichnamigen Buch des weltberühmten Schriftstellers Erich Maria Remarque, in dem er  das Grauen dieses Krieges auf den Schlachtfeldern in Belgien und Frankreich ungeschminkt darstellt. 

Vor dem Hintergrund des Endes des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren Hundert Jahre nach dem Ende des 1. Weltkrieges hatte der Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge in Zusammenarbeit mit seinem französischen Counterpart "Office national des anciens combattants et victimes de guerre" einen deutsch-französischen Comic-Wettbewerb ausgerufen. Schüler in Frankreich waren ebenso wie junge Leute aus ganz Deutschland  aufgerufen, Geschichten zum Ende des 1. Weltkrieges aus ihrem direktem Umfeld zu recherchieren und als Comic umzusetzen. Dabei setzen sie sich mit Erfahrungen von Leid, Elend, Verlust, Angst und Trauer auseinander, aber auch mit der Hoffnung auf einen Neuanfang nach Ende des Krieges und auf neue gesellschaftlichen Möglichkeiten. 

Aus über 30 Einsendungen von Klassenverbänden, Projektgruppen und  Einzelschülern wurden nun in Berlin in der Bundesvertretung des Volksbundes die deutschen Gewinner ermittelt. 

"Alle Preisträger und die insgesamt 30 Teilnehmenden lieferten beeindruckende Kunstwerke ab und stellten die Jury so vor echte Herausforderungen, die Besten zu küren", berichtete Peter Eickmeyer jetzt nach der Rückkehr aus Berlin. Bewertet wurden neben der künstlerischen Qualität und Originalität auch die Aspekte der historischen Recherche sowie der Erzähltechnik.

Platz eins belegten Neuntklässler der Otto-Graf-Realschule aus Leimen. Die Schülerinnen des Martin-Schleyer Gymnasiums aus Lauda-Königshofen erreichten den zweiten Platz. Platz Drei belegte der Comic „Das letzte au revoir“ einer anderen Klasse aus Leimen. In der Kategorie „Einzeleinreichungen“ gewann Vincent Sextroh vom Alten Gymnasium in Bremen. Den deutsch-französischen Sonderpreis erhielten Schülerinnen aus Lauda Königshofen.  

Der Sieger-Comic „Broken inside“ beschreibt die persönliche Lebensgeschichte eines deutschen Weltkriegssoldaten und beruht zum Teil auf tatsächlichen Ereignissen. "Gezeichnete Geschichte", kommentierte Eickmeyer. So überlebt der Soldat zwar den Krieg an der deutsch-französischen Front, scheitert aber später in der Heimat an all den grausamen Erinnerungen und Schrecken, die durch die Kriegserlebnisse tief in seine Psyche eingebrannt sind. Am Ende wird er sich das Leben nehmen und damit auch das Schicksal seiner kleinen Familie mitbestimmen, die den Verlust dauerhaft verarbeiten muss.

Und noch eine Entscheidung traf die Jury: Wegen der beeindruckenden Ergebnisse des Wettbewerbs soll der  deutsch-französischen Comic-Wettbewerb auch im nächsten Jahr fortgeführt werden. Zudem werden Hintergründe und Ergebnisse des diesjährigen Wettbewerbes in einer pädagogischen Handreichung des Volksbundes veröffentlicht.  





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