Damit es wieder summt und brummt Überall in der Meller Region entstehen Blühwiesen

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Melle. Der bedrohliche Rückgang von Bienen, Schmetterlingen und anderen Insekten kommt offenbar in den Köpfen vieler Menschen an. Darauf deuten die derzeit blühenden Wiesen, Beete und Randstreifen hin, die neuerdings fast überall im Grönegau zu sehen sind.

Zu den Initiatoren gehören Naturschutzgruppen, Imker und Landwirte, aber auch ganz normale Bürger, die einfach etwas für den Erhalt der Umwelt tun wollen.

Biologische Vielfalt

„Es gibt von Jahr zu Jahr weniger Insekten, das merken allmählich alle und dagegen muss etwas getan werden“, erklärt Karl-Heinz Kolzem die Gründe für seine Idee, einen Blühstreifen am Krukumer Hagedornweg anzulegen.

Einen Partner für das Vorhaben fand Kolzem in seinem Nachbarn Bodo Dawidowski. Der Hobbyimker machte Ende April sofort dabei mit, einen ein Meter breiten und 200 Meter langen Streifen entlang der schmalen ländlichen Gemeindestraße zwischen Asphalt und Ackerland umzugraben und für die Einsaat vorzubereiten. Denn die Blühpflanzen sind auch gut für seine Bienen.

Die Beiden freuten sich über die Unterstützung durch das Umweltbüro der Stadt, das kostenlos eine spezielle Saatgutmischung zur Verfügung stellte. „Denn die Stadt will mit regional angepassten, mehrjährigen Mischungen auch solche Privatinitiativen unterstützen“, bestätigt Anke Kuddes vom Umweltbüro. Per Ratsbeschluss war die Stadt im Mai dem „Bündnis Kommunen für biologische Vielfalt“ beigetreten. Bei diesem Bündnis handelt es sich um einen Zusammenschluss von im Naturschutz engagierten Kommunen.

„Die Mitglieder des Bündnisses wollen konkrete Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt ergreifen, damit reagieren sie auf den voranschreitenden Verlust“, erklärt der städtische Mediensprecher Jürgen Krämer. Der Rat der Stadt Melle beschloss im Juni unter anderem, bienen- und insektenfreundliche Blühflächen zu initiieren. Mehrere Grünflächen der Stadt stehen jetzt zur naturnahen Nutzung zur Verfügung.

Mohn, Malven und Senf

„Gute Ergebnisse auf städtischen sowie privaten Flächen erzielten Regionalmischungen für Feldraine und Säume“, berichtet Anke Kuddes. Ihr Fazit: „Wir Menschen brauchen Grün in unserem unmittelbaren Lebensumfeld. Wenn wir dieses Grün naturnah gestalten, profitieren davon zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Somit entsteht eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.“

Blühwiesenprojekte auf landwirtschaftlichen Flächen werden vom niedersächsischen Agrarministerium gefördert. Direktzahlungen der EU gibt es nur, wenn fünf Prozent der Betriebsfläche vorrangig ökologisch bewirtschaftet werden und dazu gehören auch Blühpflanzen.

Diese Maßnahmen scheinen zu fruchten, denn an Waldrändern und auf Ackerstreifen sind derzeit vermehrt Mohn, Ringelblumen, Malven, Kornblumen, Gelbsenf und Sonnenblumen zu sehen. „Die Zusammensetzung der Saatmischungen erfolgt oft in Absprache mit Imkern, die Blühphasen sollen sich abwechselnd möglichst über lange Zeiträume erstrecken“, erläutert Landvolk-Pressesprecher Volker Brinkschulte.

Aber auch ganz ohne Fördergelder sind viele Landwirte bereits aktiv geworden. „Die Landwirte wollen Beiträge zur Erhaltung der Artenvielfalt leisten“, so Brinkschulte. Auf Flächen neben Scheunen und Hallen oder anderen nicht so gut nutzbaren Stellen sowie zur Begradigung von Äckern sind Beete und Felder voller bunter Wiesenblumen entstanden.


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