Luxuskarosse in Tschechien Großeinsatz der Polizei in Melle endet doch noch erfolgreich

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Ein solches Mercedes-AMG C 63 S Coupé war in Hamm gestohlen worden. Foto: Daimler-AGEin solches Mercedes-AMG C 63 S Coupé war in Hamm gestohlen worden. Foto: Daimler-AG

Neuenkirchen. Der Großeinsatz der Polizei in Neuenkirchen schlägt in dem Meller Stadtteil nach wie vor hohe Wellen. Warum denn Polizei aus NRW, aus Osnabrück, Melle und sogar ein Mobiles Einsatzkommando (MEK) ausgerückt seien, obwohl es sich doch nur um ein gestohlenes Auto gehandelt habe, wollten Anwohner wissen. Übrigens: Der Täter ist schließlich doch noch samt des in Hamm entwendeten Fahrzeugs in Tschechien gestellt worden.

Die Suche nach einem Luxus-Mercedes am späten Dienstagabend war zunächst erfolglos zu Ende gegangen. GPS-Daten des Fahrzeugs führten die Beamten zwar nach Neuenkirchen, aber bei der Übermittlung der Daten hatte es vermutlich einen Zahlendreher gegeben. Doch dazu später. (Weiterlesen: Großeinsatz der Polizei in Melle-Neuenkirchen)

Sprecher der Polizei in Hamm, Osnabrück und Melle betonten, ein solcher Einsatz unter Zuziehung eines MEK sei nichts Ungewöhnliches. „Schließlich hat es sich um ein hochwertiges Auto gehandelt, und es besteht die Möglichkeit, dass eine organisierte Bande dahintersteckt“, sagte die Sprecherin in Hamm. Das sei strafrechtlich höher zu bewerten als ein normaler Autodiebstahl.

„MEK-Einsatz nichts Ungewöhnliches“

Auch die Anforderung des MEK aus Osnabrück sei in diesem Zusammenhang nichts Besonderes, denn die Kollegen würden auch bei Observierungen und bei Zugriffen mit geringem Gefährdungspotenzial eingesetzt. Es handele sich zwar um spezielle Einsatzkräfte, aber ein MEK dürfe nicht mit einem Sondereinsatzkommando (SEK) verwechselt werden.

Fahrzeug-Ortung per GPS

Und nun zum GPS: Benjamin Oberkersch ist Pressesprecher der Abteilung „Vernetztes Fahrzeug/IT“ in der Stuttgarter Mercedes-Benz-Zentrale. „Alle unserer neueren Fahrzeuge sind grundsätzlich mit einem Kommunikationsmodul ausgerüstet“, erklärte er.

Das sei nichts anderes als eine SIM-Karte. Wenn der Halter es wolle und zustimme, könne diese Karte mit der App „Mercedes me“ auf dessen Handy verbunden werden. Dann könne der Kunde alle möglichen Informationen seines Fahrzeugs bis hin zum Füllstand des Fahrzeugtanks abrufen oder Funktionen wie die Standheizung aktivieren. Oder eben sein Fahrzeug auch per GPS orten.

Halter übermittelte GPS-Daten

Das hatte der Halter des gestohlenen Mercedes in Hamm auch getan und die Daten der Polizei weitergegeben. Bei dieser Übermittlung muss es dann zu einem Fehler gekommen sein.

Aber auch Mercedes kann die Daten abrufen, auch wenn der Halter keine App beauftragt hat. „Aber wir geben die Daten nur raus, wenn ein richterlicher Beschluss vorliegt“, betonte Oberkersch. „Oder wir die Einverständniserklärung des Halters haben“, ergänzte Peter Kleinfeld als Leiter des Kriminalermittlungsdienstes der Meller Polizei.

Oberkersch räumte ein, dass „kriminelle Elemente“ mithilfe eines Störsenders (Jammer) dafür sorgen könnten, dass das GPS keine Signale mehr aussendet. Das aber erfordere einen erheblichen technischen und entsprechend teuren Aufwand. „Das wird beispielsweise dann gemacht, wenn ganze Lastwagen samt ihrer wertvollen Ladung gestohlen werden sollen.“


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