Container an vier Standorten Sieben Millionen Euro für Kita-Plätze in Melle

Von Simone Grawe

Machten sich am Lukas-Kindergarten ein Bild von der künftigen Raumlösung und von den Plänen für die Erweiterung: Christian Elscher, Karl-Wilhelm Möller, Andreas Dreier, Reinhard Scholz und Sylvia Wiegmann (von links). Foto: Simone GraweMachten sich am Lukas-Kindergarten ein Bild von der künftigen Raumlösung und von den Plänen für die Erweiterung: Christian Elscher, Karl-Wilhelm Möller, Andreas Dreier, Reinhard Scholz und Sylvia Wiegmann (von links). Foto: Simone Grawe

Melle. Der Bedarf an Kita- und Krippenplätzen in Melle steigt rasant. Darauf reagiert die Stadt: Sie investiert in allernächster Zeit sieben Millionen Euro in den Ausbau weiterer Plätze.

1924 Kinder werden derzeit in 22 Kindertagesstätten inklusive Krippen betreut: „Die Betreuungsquote beträgt bei den drei bis sechsjährigen nahezu 100 Prozent, bei den unter Zweijährigen sind es 67 Prozent“, verdeutlicht Hauptamtsleiter Karl-Wilhelm Möller bei einem Ortstermin im Lukas-Kindergarten in Bruchmühlen die gestiegene Nachfrage an Kita- und Krippenplätzen.

Zahlen explodieren

„Die Zahlen explodieren geradezu“, ergänzt Bürgermeister Reinhard Scholz. Dies zeige sich insbesondere bei der Nachfrage für Kinder ab einem halben Jahr.

Die Stadt geht nun in die Vollen. Nachdem der Rat eine Prioritätenliste für die Erweiterung an mehreren Standorten festgelegt hatte, werden jetzt an vier Standorten in drei Stadtteilen mobile Raumlösungen für den Übergang realisiert. So werden ab August 78 weitere Plätze geschaffen. Die Container hat die Stadt zunächst für zwei Jahre angemietet, wobei rund 176000 Euro Mietkosten pro Jahr anfallen. Daneben investiert die Kommune 440000 Euro für die Gestaltung des Umfeldes. Dazu zählen Versorgungsleitungen für Wasser, Strom und Abwasser, Fundamente und Außenanlagen.

Wohnlicher Charme

Die Container werden derzeit am Lukas-Kindergarten in Bruchmühlen, in der St. Johann-Kita in Riemsloh, an der Kita „Grashüpfer“ Hünenburg in Riemsloh/Bruchmühlen sowie am Montessori-Familienzentrum in Neuenkirchen aufgestellt: „Mit dem früheren Containercharme haben die neuen Raumlösungen nichts mehr zu tun. Früher war alles nur Blech, heute ist das eine ganz andere Qualität“, urteilt Sylvia Wiegmann. Die Erzieherin und eine Kollegin führten die Verwaltungsspitze am Freitag durch die installierten aber noch fast leeren Container: Die Küchenzeile steht, der Teppichboden im Schlafraum ist verlegt, ebenso wie der Korkboden im Gruppenraum und das hölzerne Spielhaus. Am Montag sind dann erst einmal zwei Wochen Ferien, bevor der Betrieb am 7. August nach dem Einräumtag am 6. August starten kann.

Guter Eindruck

„Macht einen gute

n Eindruck“: So lautet das einhellige Urteil der Besucher: „Wir wollen kein Kind unversorgt lassen. Mit dieser Übergangslösung legen wir den Grundstein für weitere Maßnahmen zur Bedarfsdeckung, in die wir in den nächsten Jahren rund sieben Millionen Euro investieren werden“, erklärt Reinhard Scholz.

Für die einzelnen Träger und für die Stadt sei die aktuelle Entwicklung eine große Herausforderung: „Das Bauen mit Planung und Umsetzung dauert. Wir können nicht an allen Standorten gleichzeitig erweitern“, äußert sich Erster Stadtrat Andreas Dreier.

„Wir wollen den Bedarf zeitnah und ortsnah decken“, fügte Karl-Wilhelm Möller hinzu. Sollte jemand keinen Platz erhalten, stehen Kita-Büro und Familienbüro für Fragen zur Verfügung, um nach alternativen Möglichkeiten im Umfeld zu suchen.

An allen vier Standorten kann der Betrieb Anfang August starten. Bis dahin sollen die Pflasterarbeiten, der Bau von Eingangspodesten und Raseneinsaat erledigt sein.