August Debbrecht ist gestorben „Turnen bei August“: ein Begriff in Melle-Riemsloh

Bemerkenswert: In über 30 Jahren musste August Debbrecht nicht einmal eine Turnstunde im Verein wegen Krankheit ausfallen lassen. Foto: privatBemerkenswert: In über 30 Jahren musste August Debbrecht nicht einmal eine Turnstunde im Verein wegen Krankheit ausfallen lassen. Foto: privat

pm Riemsloh. Über 30 Jahre gestaltete August Debbrecht das sportliche Geschehen im Meller Stadtteil Riemsloh mit. Ein Leben ohne den Sport war für ihn undenkbar und so prägte er das Leben unzähliger Kinder durch Sport und Spaß an der Bewegung wie kein anderer. Nun ist August Debbrecht am vergangenen Dienstag im Alter von 85 Jahren verstorben.

Als Wiedergründungsmitglied des TSV Riemsloh engagierte sich Debbrecht in der Nachkriegszeit bereits als Jugendlicher im Sport. Nach einer handwerklichen Lehre entschloss er sich für eine weitere Ausbildung zum Vereinssportlehrer an der Deutschen Turnschule in Frankfurt.

Als Lebensaufgabe

Mit großer Begeisterung begann er 1965 seine Lebensaufgabe: Zunächst vom Kreissportbund MeIle angestellt, arbeitete er in mehreren Vereinen der jetzigen Stadt Melle. Durch eine spätere Anstellung an der Riemsloher Schule konzentrierte sich sein Engagement auf den ortsansässigen Turn- und Sportverein. Sein Wirken in Schule und Verein gab ihm die Möglichkeit, die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen optimal zu fördern.

Sein Hauptaugenmerk lag vor allem auf einer guten allgemeinen sportlichen Ausbildung. Diese begann in seinen Augen mit dem Mutter-Kindturnen und wurde im Grundschulalter möglichst vielseitig mit Turnen, Leichtathletik, Schwimmen und Spielen fortgesetzt. Eine Spezialisierung sollte erst später erfolgen.

Zahlreiche Erfolge

Sein Steckenpferd war das Leistungsturnen. Zahlreiche Erfolge bei Bezirks-, Landes- und Deutschen Meisterschaften sprechen für sich.

Außerdem war er noch bis zum Jahr 2010 als Prellballer noch selbst aktiv. Mit der mannschaft des TSV Riemsloh nahm er regelmäßig bei Meisterschaften auf Bundesebene teil und erreichte auch dort zahlreiche Titel.

Eine Selbstverständlich war für August Debbrecht in den ganzen Jahrzehnten seines Wirkens die Teilnahme an Turnfesten. Ihm war es eine Herzensangelegenheit, Kindern Erfahrungen zu schenken, die sie nur durch Bewegung und Gemeinschaft erleben. Er prägte wie kein anderer die sportliche Entwicklung der Kinder in Riemsloh und Umgebung.

Menschen geprägt

So erhielt er für sein Wirken zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen auf Landes- und Bundesebene in Gold und Silber. Auf lokaler Ebene war der Verstorbene 1998 einer der ersten Sportler, der bei der damaligen Meller Sportgala den Sonderpreis für sein ehrenamtliches Engagement erhalten hat. All diese öffentlichen Anerkennungen spiegeln nur zum Teil wider, was er in seinem Leben geleistet und geschaffen hat.

Viel wichtiger aber: Er hinterlässt bei unzähligen Menschen der Region Erinnerungen mit meist dem gleichen Tenor: „Ohne August wäre ich nicht der, der ich heute bin.“

„Turnen bei August“ wird für viele Riemsloher ihr Leben lang ein Begriff sein.