Beleuchtung und Kirchenbänke Ur-Mutter der Boulebahnen steht in Dratum

Von Norbert Wiegand


Melle. Bereits seit 1990 gibt es die Boulebahn am Steinweg in Dratum. Diese 28 Jahre alte Bahn hat mit einer Beleuchtungsanlage, Kirchenbänken zum Ausruhen und einem dichten Dach aus Buchenblättern einzigartige Besonderheiten aufzuweisen.

„Unsere Anlage war in dieser Zeit vermutlich die allererste Boulebahn in einem weiten Umkreis, sie ist sozusagen die Ur-Mutter der heutigen vier Boulebahnen im Grönegau“, blickt Boulespieler Helmut Dodt auf die Anfänge zurück. „Die Idee zum Bau eines Spielplatzes und einer Boulebahn kam uns 1989 beim Dratumer Frühschoppen“, ergänzt Klaus Rehder den „historischen“ Rückblick. „Die von einem Bauunternehmer gepachtete Fläche war frei geworden, und wir überlegten uns, wie wir dieses brach liegende Gelände gestalten und sinnvoll nutzen könnten“, erinnert sich Stephan Blattner.

Französisches Flair

Bei den Gestaltungsplänen dachten die damals noch jungen Männer vor allem an die Kinder und schufen weitgehend in Eigenleistung einen wunderschönen Spielplatz. „Aber wir wollten auch an die Senioren denken, denn schließlich werden wir selbst auch einmal Rentner“, erklärt Klaus Rehder die Motivation, zusätzlich neben dem Spielplatz noch eine Boulebahn zu bauen. Außerdem wollten die Initiatoren etwas „mediterrane Atmosphäre“ nach Dratum bringen. Rehder: „Und jetzt, 28 Jahre später, ist es so weit, dass wir selbst bald Rentner werden oder schon sind.“

Für alle Altersgruppen

Die Bahn ist in den fast drei Jahrzehnten aber keineswegs nur von Senioren genutzt worden. Es gab Nachbarschaftsfeste und Boulegruppen mit Teilnehmern aus allen Altersruppen. In der intensiven Zeit von 2000 bis 2013 fanden die fast schon legendären Pfingst-Turniere am Dratumer Steinweg statt. Zu den heutigen Aktiven gehört vor allem die Freitagsabendgruppe, die sich im Sommerhalbjahr immer um 18 Uhr trifft.

Bei den Treffen mit meist vier bis zehn Teilnehmern geht es neben dem Spielspaß um angeregten gegenseitigen Austausch in entspannter Atmosphäre. Für französisches Flair sorgen dabei Baguettes und roter Wein, aber auch heimisches Bier wird nicht verschmäht. „Jeder, der mal mitspielen will, ist uns herzlich willkommen“, weist Klaus Rehder ausdrücklich darauf hin, dass die Mitspieler nicht unbedingt Dratumer oder Gesmolder sein müssen.

Dichtes Blätterdach

Mit Freude zeigen die Urgesteine der Dratumer und Gesmolder Boulespieler die zehn vor 28 Jahren gepflanzten Buchen, die jetzt ein dichtes Blätterdach über der Bahn bilden. „Es kann ruhig eine Stunde lang leicht regnen und wir werden immer noch nicht nass“, freut sich Klaus Rehder über den aufgegangenen Plan. „Wir spielen wirklich jeden Freitag, auch im April und Oktober, wenn es mehr als zehn Grad sind und nicht zu doll regnet“, versichert Helmut Dodt.

Stromversorgung

Die Boule-Abende dauern im Frühjahr und Spätsommer oft länger als bis zum Einbruch der Dunkelheit. Deshalb haben Stephan Blattner und Ulrich Siedling, der seit sechs Jahren dabei ist, eine völlig autarke Beleuchtungsanlage installiert, die mittels Akku mit Strom versorgt wird. Eine weitere Besonderheit sind die alten soliden Kirchenbänke, die für Zuschauer und zum Ausruhen an der Bahn stehen. Noch mehr Kirchenbänke stehen nebenan in dem rustikalen Pavillon, in dem die Boulespieler zwischenzeitlich französisch tafeln, bevor sie die nächste Spielrunde einläuten.