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Markt-Chancen für pfiffige Idee Cocktails: Wo der Computer aus Melle genau dosiert

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Schicke Computer-Bar: Eddi Tayouri hat am Bildschirm einen Cocktail-Namen eingegeben und das Getränk fließt nach Originalrezeptur in das Glas. Foto: Christoph FrankenSchicke Computer-Bar: Eddi Tayouri hat am Bildschirm einen Cocktail-Namen eingegeben und das Getränk fließt nach Originalrezeptur in das Glas. Foto: Christoph Franken

Melle.. Eddi Tayouri ist in Melle mit seinen Cocktail-Taxis bekannt. Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Michael Zerrfass scheint jetzt mit einem computergesteuerten Cocktail-Dosierer der große Durchbruch zu gelingen.

Melle. Die beiden hatten sich als Aussteller auf der Leitmesse für Gastronomie (Internorga) kennengelernt. Tayouri und der Getränke-Schankanlagenbauer aus Baden-Württemberg verfeinerten gemeinsam die Konstruktion eines Cocktail-Computers. "Michael ist der technisch extrem versierter Tüftler und ich brachte meine 20-jährige Erfahrung aus der Gastronomie- und Cocktail-Branche mit", berichtete Tayouri. Ihm gehört die Firma Cocktail-Line, die mit mehreren Fahrzeugen Cocktails vor Ort ausliefert oder bei größeren Privat, -Firmen-oder Vereinsfeiern präsent ist.

Entstanden ist nun ein Computer, der die Rezepturen für zahlreiche gängige Cocktails bereit hält. Wird beispielsweise auf dem Bildschirm das Getränk mit dem schönen Namen "Zombie" angetippt, ziehen kalibrierende Pumpen die benötigten Mengen aus den Flaschen exakt dosiert in das untergestellte Glas. Der Barkeeper schüttelt nur noch oder rührt um und garniert. "Die kompakte Anlage macht keinen Fehler und produziert beliebig oft das selbe Getränk in der genau der gleichen Zusammensetzung", sagte Tayouri nicht ganz ohne Stolz. Jedes Produkt verfüge bis zum Glas über eine eigene Leitung. Es finde also keine Geschmacks-Vermischung statt und auch alkoholische  Getränke blieben von Nichtalkoholischen strikt getrennt. 

Und auf noch etwas sind die Erbauer stolz: Weltweit gibt es nur zehn Anbieter ähnlicher Automaten. "Aber wir sind die einzigen, die direkt aus Flaschen statt aus Tanks oder Kanistern produzieren" erklärte der Fachmann. So sehe der Kunde auch auf einen Blick, welche Getränkesorten verwendet werden. Außerdem setzt sein Unternehmen auf umweltfreundliche Gläser aus Maisstärke, die aber wie stabile Kunststoff-Gläser daherkommen.

Die Anlage ist so handlich, dass sie - elegant verkleidet - hinter der Ladeklappe eines  stylischen Mini-Coopers Platz findet. Die ersten Fahrzeuge sind bereits im Einsatz. Aber die High-Tech-Dosieranlage kann auch als Standgerät bei Feiern oder Restaurants verwendet werden.

Bleiben die Barkeeper damit auf der Strecke? Tayouri räumt ein, dass für eine Veranstaltung mit 450 Personen bisher vier bis fünf Barkeper gebraucht wurden. Mit der neuen Anlage würde einer ausreichen. Aber: Da die Anlage die Verantwortung für die Qualität der Getränke übernimmt,, kann sich der Barkeeper viel intensiver um das Drumherum und die Gäste kümmern als früher." 

In wenigen Wochen ist die nächste Generation der Anlage fertig. Sie ist mit einer SIM-Karte ausgerüstet. "Dann können wir auf einen Blick sehen, ob Ware nachgebracht werden muss." Der nächste Schritt könnte dann eine computerbasierte Cocktail-Plattform sein, die alle erdenklichen Cocktail-Rezepturen enthält. "Wenn dann ein Gast kommt und einen Cocktail will, der ihm auf der Aida geschmeckt hat, dann mischt der Computer auch das, wenn der Gast noch den Namen des Getränks weiß", blickte Tayouri schon mal in die Zukunft. 

Er und sein Geschäftspartner wollen die neue Technik demnächst für die verschiedensten Bereiche der Gastronomie vermarkten. Es gebe schon Anfragen für die Anlagen aus den baltischen Staaten, aus Russland, Tschechien, Polen und der Türkei. "Denkbar ist auch der Einsatz auf Kreuzfahrtschiffen", so Tayouri. 







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