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28.06.2018, 17:56 Uhr KOMMENTAR

Der schönste Platz für Luther in Melle

Kommentar von Michael Hengehold

Etwa 80 Interessierte hatten sich zur Übergabe des Luther-Denkmals eingefunden. Foto: Gabriele NiehausEtwa 80 Interessierte hatten sich zur Übergabe des Luther-Denkmals eingefunden. Foto: Gabriele Niehaus

Melle. Mit einem Jahr Verspätung wurde das Luther-Denkmal in Melle enthüllt – eigentlich hätte das zum 500-jährigen Reformations-Jubiläum 2017 geschehen sollen. Die Diskussion um die Skulptur und mithin die Person Luther sowie seine Lebensleistung kann aber nur fruchtbar sein, findet unser Kommentator.

Nun steht er also zwischen katholischer und evangelischer Kirche: Martin Luther in einer symbolischen Darstellung, der man weiß Gott nicht vorwerfen kann, übermäßigen Personenkult zu betreiben.

Kein Hüne, der raumgreifend den Arm reckte, mahnend den Finger höbe oder sinnierend die Bibel wälzte. Nein, Künstler Lothar Maier betont das Herz, lässt Flammen der Liebe züngeln. Damit können sicherlich auch Kritiker des Projektes leben, sofern sie nicht Fundamental-Opposition betreiben und jedwede Glorifizierung des Reformators ablehnen, wofür es angesichts Luthers Antisemitismus‘ durchaus Gründe gäbe.

Das von Gerhard Holtkamp gestiftete Werk versucht, diese Klippen zu umschiffen. Wenn man es also als verbindendes Element betrachtet, hat es tatsächlich, den „besten Platz, den man sich vorstellen kann“ (Holtkamp) erhalten.

Dort möge es nun zum Dialog, zur Auseinandersetzung anregen. Wie immer man zu Luther steht, die Welt wird nicht schlechter, wenn man darüber spricht, sondern, wenn das nicht mehr passiert. Der schönste Platz ist immer an der These.


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