Zwischen katholischer und evangelischer Kirche Verschmähte Luther-Skulptur in Melle enthüllt

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Melle Zwischen katholischer und evangelischer Kirche ist am Donnerstag die Luther-Skulptur aufgestellt worden. Sie hat ihren Platz auf städtischem Grund gefunden, denn die ev.-luth Petrigemeinde lehnte die Schenkung ab.

Ein vielstimmig-langgezogenes „Oooh“ erklang, als die Skulptur von Lothar Maier enthüllt war. Etwa 80 Interessierte hatten sich zur feierlichen Enthüllung eingefunden, darunter viele geladene Gäste.

Als Sponsor des Denkmals und mithin Gastgeber der Übergabe ergriff Unternehmer Gerhard Holtkamp das erste Wort. DasWerk habe eigentlich schon 2017 zum 500-jährigen Luther-Jubiläum aufgestellt werden sollen, schaute Holtkamp zurück, doch „die Kontroverse um Form, Aussehen und Standort“ habe das verhindert. Dass die Übergabe nun mit einem Jahr Verspätung doch noch stattfinde, sei dem Ortsrat und insbesondere Ortsbürgermeisterin Gerda Hövel zu danken. Der vom Ortsparlament gefundene Platz zwischen beiden Kirchen sei „der beste, den man sich vorstellen kann“, sagte Holtkamp, der dem Vernehmen nach 50000 Euro für die Würdigung Martin Luthers zur Verfügung stellte. Die evangelisch-lutherische Petri-Gemeinde hatte die Skulptur, die eigentlich vor ihrer Kirche gegenüber dem jetzigen Standort stehen sollte, verschmäht (wir berichteten). Der Kirchenvorstand sprach von „verschiedenen Gründen“, unter anderem sei eine „personenzentrierte Darstellung“ nicht erwünscht. Gerhard Holtkamp betonte in seiner Ansprache, es sei ihm im vorgerückten Alter aber „ein Bedürfnis“ gewesen, der Stadt die Skulptur zur Verfügung zu stellen.

„Herz, Hand, Verstand“

Mit „Herz, Hand und Verstand“ habe er anderthalb Jahre an dem Werk gearbeitet, schaute anschließend Lothar Maier zurück. Der Erschaffer des Werkes mit einem großen Herzen als Körper und Luthers Kopf nebst Barrett darauf, hatte sich an der „Lutherrose“ orientiert, des Reformators von ihm selbst geschaffenem Signum. Hinter einer schwörenden Hand züngeln Flammen empor, zeugen von der „hohen Energie der Liebe“, erläuterte Maier. Lilien umranken den Herz-Korpus, Symbol von Unschuld und Reinheit.

Verbindend möge der Standort zwischen den Kirchen wirken, wünschte sodann Ortsbürgermeisterin Gerda Hövel, die darauf verwies, dass der Ortsrat in großer Eintracht über Schenkung und Standort befunden habe.

Einen „würdigen Platz“ habe die Skulptur gefunden, betonte auch Superintendent Hans-Georg Meyer-ten Thoren: „Es liegt nun an uns, den Schauenden, zu entdecken, was uns dieses Kunstwerk sagt. Auf jeden Fall „soll es uns in einen Dialog bringen.“


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