Vier Wochen schon zu Ende Abschiedsfest für die Kinder aus Gomel in Melle

Von Marita Kammeier

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Melle. Die Kommunikation klappte erstaunlich gut in Melle, vor allem mit der Russisch-App. Beim bewegenden Abschiedsfest für die Kinder aus Gomel/Weißrussland sind im Garten des St.-Petri-Gemeindehauses erste Tränen geflossen. Doch Magier Wobo zauberte allen schnell wieder ein Lachen ins Gesicht.

Der Zauberkünstler trifft überall auf der Welt Freunde, das erzählte er den Gästen. Wobo lässt Tische schweben, Fantaflaschen verschwinden und bunte Tücher durch Glasscheiben gleiten. Die Zauberlehrlinge Ljep, Jakob, Kira und Jelisej lernten so schnell beim Meister, dass Dolmetscherin Marina Razmatowa nur noch staunte.

Fünf Familien haben in diesem Jahr zum ersten Mal Ferienkinder aufgenommen. So auch Familie Dammann aus Niederschlochtern. Alexandra, die Sasha gerufen wird und Waria haben ihre Eltern, Geschwister und die Heimat verlassen, um Ferien in Deutschland zu verbringen. Ein mutiges Wagnis für beide Seiten. Das Ergebnis war deutlich zu sehen: Eine neue deutsch-russische Familienfreundschaft ist entstanden. Die zwölfjährigen Mädchen Sasha und Julie sind beste Freundinnen geworden. „Wir unterhalten uns auf Englisch, und für die achtjährige Waria übersetze ich mit der Russisch-App“, sagt Julie, während sie tapfer mit den Tränen kämpft.

App sorgt für Gelächter

„Es hat einfach alles gepasst, und wir haben auch die jüngeren Geschwister integriert“, berichtete das neue Team. Viel Spaß hatten bei dem Programm auch die Gasteltern Cora und Hauke Dammann. So zum Beispiel, als Waria morgens beim Frühstück verkündete, sie würde gern Elektroinstallationen essen. Da haperte es mal wieder mit der Übersetzungsapp, und die ganze Familie kam aus dem Lachen nicht raus.

In vier Wochen eroberten die Ferienkinder aus Weißrussland die Herzen der Familien, lernten neue Sitten, Gewohnheiten und Wörter in Deutschland kennen. Im Gegenzug erlebten die Gasteltern, wie die Kinder von Tag zu Tag mehr Widerstandskräfte aufbauten, lachten, spielten und sich erholten.

„Es war eine aufregende, anstrengende und erlebnisreiche Zeit mit traumhaften Temperaturen“, so lautete das Fazit von Anne Grothaus, der „Rakete“ des Arbeitskreises der St.-Petri-Kirchengemeinde, wie Pastor Christoph Stiehl sie bezeichnete. Besonderes Lob für ihren unermüdlichen Einsatz bei der Tschernobyl-Aktion erhielten Ulrike Kaiser, Christian Lange und Michael Rietig.

„Dank für große Herzen“

40 Ferienkinder bedankten sich mit einem bunten Programm an einstudierten Liedern, Tänzen und gebastelten Blumenmandalas. „Liebe Gasteltern, wir sind sehr traurig, aber auch froh, unsere Eltern wiederzusehen. Danke für eure Geduld und großen Herzen“, übersetzte Elena Kaminskaja.

„Das ist heute ein Abschied mit viel Herzschmerz. Doch es gibt ein Wiedersehen“, versprach Marlies Hinck.


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