Meister auf 220 Pfeifen Klaus Walter beim Westfälischen Orgeltag in Melle

Von Martina Ewert

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Beherrscht 220 Pfeifen auch ohne Pedalen: Organist Klaus Walter. Foto: Martina EwertBeherrscht 220 Pfeifen auch ohne Pedalen: Organist Klaus Walter. Foto: Martina Ewert

Melle. Als immaterielles Kulturerbe der Menschheit ist Orgelbau und Orgelmusik anerkannt. Der erste Westfälische Orgeltag trug diesem Rechnung. In guter Nachbarschaft beteiligte sich die evangelische Kirchengemeinde St. Antonius Hoyel am Westfälischen Orgeltag.

Es entstand eine kleine Route, der die Besucher teils folgten, teils auswählten. Erste Station bildete die Kirche in Klein-Aschen. Matthias Menzel spielte hier Orgelstücke von Johann Sebastian Bach, Präludium und Fuge in c-moll.

Pastor Markus Malitte begleitete die Gruppe Orgelfreunde an jedem Ort mit einer Andacht und Versen: „Etwas Besonderes“, urteilte Malitte, „auf dem Boden der westfälischen Kirche, aber in Niedersachsen“.

Die Kapelle in Groß-Aschen lud mit Kerzenschein im dicken Mauersims und Gartenblumenstrauß ein. Seit 1697 hat die kleine Kapelle ihren Platz im Ort. Wie ein schönes Möbelstück steht die hölzerne Truhenorgel mit Falttüren vorne neben dem Holzschnitzaltar aus dem 15. Jahrhundert.

„Ein Orgelpositiv der Firma Steinmann aus Vlotho“ betonte Küsterin Silke Vodegel: „Diese wurde vormals in der Kapelle des Lukas-Krankenhauses in Bünde gespielt“ erzählte sie. Dort wurde eine neue angeschafft, private Kontakte machten den Umzug in den achtziger Jahren nach Groß-Aschen möglich. „Vorher hatten wir ein Harmonium, dies Orgelpositiv passt hier gut hinein“. Platzgründe sind auch entscheidend für den Orgelkauf in einer kleinen Kapelle.

„Das kannst Du doch“

Klaus Walter erzählte seine Orgelgeschichte. Wie er über das Klavierspielen zur Schulorgel kam: „Das kannst Du doch“, wurde er angesprochen und hat es bis heute nicht bereut: „Ich habe die zwei schönsten Stücke für heute herausgesucht“ berichtete der Organist und stimmte die Choralimprovisation „O Gott, du frommer Gott“ von J.S. Bach an. „Man muss Stücke finden für ein Instrument ohne Pedal, und da es mir gefällt, habe ich gedacht, es gefällt auch anderen“ lächelte er und brachte die 220 Pfeifen der Orgel zum Klingen.

Einkehr und Besinnlichkeit bescherten die Worte Pastor Malittes zum Johannistag „Er muss wachsen – ich aber muss abnehmen“, bevor Klaus Walter zum Abschluss ein Swingfüglein des Liedes „Danke“ von Matthias Nagel interpretiert.

Hier wippten die Füße der Gäste mit, ein schöner, schwungvoller Abschluss, bevor die Gesellschaft zur nächsten Station, der St. Antonius-Kirche in Hoyel weiterzieht. An der romantischen Rohlfing-Orgel tauschte Markus Malitte seine Rolle zum Organisten, Susanne Dremel-Malitte sprach die Andacht.


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