„Mit 16 angefangen zu kiffen“ 29-jähriger Meller mit Waffen und Drogen unterwegs

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Symbolfoto: Michael SchwagerSymbolfoto: Michael Schwager

cew Osnabrück/Melle Ein 29-Jähriger aus Melle musste sich am Mittwoch vor dem Amtsgericht Osnabrück verantworten. Er war im Rahmen einer Verkehrskontrolle vor knapp einem Jahr unter anderem mit mehr als 100 Gramm Marihuana („Gras“) erwischt worden.

Dass diese Drogen allerdings ausschließlich zum Eigenbedarf bestimmt gewesen sein sollen, konnte er dem Gericht schließlich glaubhaft vermitteln.

Bei der Kontrolle im Juli vergangenen Jahres hatte die Polizei zusätzlich 83 Gramm der Partydroge MDMA („Ecstasy“, 3,4-Methylendioxy-N-methylamphetamin) eine geladene Schreckschusspistole, einen Schlagstock, einen Wurfstern sowie zwei Feinwaagen sichergestellt.

Waagen zum Nachwiegen

Dass der Meller zwei Feinwaagen dabeihatte, kam der Richterin komisch vor. Sie vermutete zunächst, ebenso wie die Staatsanwaltschaft, dass der Mann die Feinwaagen im Auto hatte, um einzelne Drogenportionen für Kunden abwiegen zu können.

Der Betroffene berichtete allerdings, dass er damit seine selbst gekaufte Ware nachgewogen habe. Er sagte zudem aus, dass er große Mengen Marihuana gekauft habe, weil er keine Lust hatte, sich jeden Tag ein paar Gramm irgendwo zu besorgen. „Ich habe mit 16 Jahren angefangen zu kiffen“, erzählte der Angeklagte. Zunächst beschränkte sich der Konsum auf das Wochenende.

In Kombination mit seiner Arbeitslosigkeit habe sich die Sucht aber zum Schluss gesteigert, er verlor nach der Kontrolle sogar seinen Führerschein. Die im Auto gefundenen Waffen habe er unter anderem geschenkt bekommen oder auf dem Flohmarkt gekauft und ohne böse Absichten in seinem Fahrzeug aufbewahrt. „Ich habe mir da ehrlich nichts dabei gedacht“, sagte der Angeklagte zu dem Arsenal.

„Damit abgeschlossen“

Nach dem ganzen Ärger, den ihm die Drogen eingebracht haben, scheint der Meller nun einen anderen Weg einschlagen zu wollen. Denn: Ein ärztliches Attest bescheinigte ihm Drogenabstinenz, auch seinen Führerschein möchte der 29-Jährige unbedingt zurückerlangen. „Ich habe mit alle dem abgeschlossen und will das hier hinter mir lassen und mein Leben in den Griff bekommen. Die Drogen haben mir alles versaut“, gab er vor dem Amtsgericht zu.

Das Gericht verhängte eine achtmonatige Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wird. Zusätzlich soll der Meller Gesprächstermine bei einer Suchtberatung absolvieren, um auch weiterhin daran zu arbeiten, keine Drogen mehr zu konsumieren.


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