Gemeinde denkt über Umgestaltung nach Kolumbarium in der Meller St. Matthäuskirche?

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Künstlerisch aufwendig gestaltet: Das Kolumbarium in der Kirche Heilige Familie in Osnabrück. Foto: Michael GründelKünstlerisch aufwendig gestaltet: Das Kolumbarium in der Kirche Heilige Familie in Osnabrück. Foto: Michael Gründel

Melle. Es ist ein Prozess, der noch ganz am Anfang steht, der aber schon jetzt für viel Diskussionsstoff sorgt: Die katholische St. Matthäusgemeinde denkt darüber nach, die neue St. Matthäuskirche zu einem Kolumbarium umzugestalten.

Diese Erfahrung machen gegenwärtig viele Kirchengemeinden: Die Zahl der Gottesdienstbesucher nimmt ständig ab, für einen normalen Sonntagsgottesdienst ist die Kirche zu groß. Diese Tatsache trifft auch auf die Matthäuskirche zu, die über 755 Sitzplätze verfügt, die an normalen Sonntagen allerdings nur von 250 bis 300 Gottesdienstbesuchern genutzt werden: „Diese Entwicklung hat in den Gremien der Gemeinde – im Kirchenvorstand und im Pfarrgemeinderat – zu der Überlegung geführt, die Kirche zu einem Kolumbarium umzugestalten“, berichtet Pastor Wehrmeyer.

Viele Plätze leer

Kolumbarium: Das war ursprünglich die Bezeichnung für einen Taubenschlag. Heute bezeichnet man als Kolumbarium ein meist oberirdisches Bauwerk, das der Aufbewahrung von Urnen oder Särgen dient.

Soll die St. Matthäuskirche zu einer Kolumbariumskirche umgestaltet werden? Darüber wird derzeit in der Kirchengemeinde heftig diskutiert, nachdem sich die Gremien mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen hatten, zu prüfen, ob die neue St. Matthäuskirche zu einer Stätte für Urnenbeisetzungen umgestaltet werden kann.

Das Interesse an diesem Thema ist in der Gemeinde sehr groß. Das zeigte sich bei einem ersten Informationsabend, zu dem rund 150 Teilnehmer gekommen waren. Nicht alle Zuhörer waren von der Idee der Umgestaltung angetan. So habe es auch etliche kritische Stimmen gegeben, resümiert Michael Wehrmeyer.

„Noch ist nichts entschieden. Wir stehen erst am Anfang eines langen Prozesses, der drei bis vier Jahre dauern kann“, ergänzt Stephan Schulke: „Ob es letztlich eine Umsetzung gibt, steht gegenwärtig noch in den Sternen“, fügt der Sprecher des Bauausschusses an.

„Es gab deutlich unterschiedliche Meinungen. Viele Teilnehmer hatten sich mit dem Thema noch nicht+ beschäftigt. Sie haben Angst oder auch ein mulmiges Gefühl. Viele Emotionen spielen mit“, meint Michael Wehrmeyer. Es brauche also Zeit: „Sacken lassen und nicht übers Knie brechen“, unterstreicht der Pastor.

Im Kern gehe es darum, sich verantwortungsvoll mit der Gestaltung des Raumes auseinanderzusetzen, untermauert Michael Wehrmeyer: „Die Struktur und das Flair des Raumes sollen erhalten bleiben“. Aufgabe der Gremien werde es sein, sich mit dem zukünftigen Werdegang zu beschäftigen, auch vor dem Hintergrund sich wandelnder Bestattungskultur. Denkbar wäre ein Architektenwettbewerb, der Lösungen für eine künftige Gestaltung hervorbringt: „Aber dazu ist es noch zu früh“, erklärte Wehrmeyer.

Die Kirchengemeinde möchte die Thematik vertiefen und nimmt daher die Anregungen aus der ersten Info-Veranstaltung auf, um darüber nach den Sommerferien weiter zu beraten. Demnach sind in der zweiten Jahreshälfte drei weitere Info-Veranstaltungen geplant, außerdem bietet die Gemeinde eine Fahrt zu einem Kolumbarium in der Umgebung an. Details werden zu einem späteren Zeitpunkt mitgeteilt.

Auf alle Fälle möchte die Kirche nach Worten von Wehrmeyer und Schulke vermeiden, dass ein Riss durch die Gemeinde geht: „Das soll mit allen Kräften vermieden werden“, äußert sich der Geistliche.


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