Nur wenig Angst vor dem Henker Mittelalterlicher Mahl- und Backtag in Melle-Westhoyel

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Riemsloh Einblicke in das finstere Mittelalter gehörten zu den optischen Höhepunkten beim Mahl- und Backtag am Sonntag an der Westhoyeler Windmühle. Als Besuchermagnet erwies sich auch wieder Scherenschleifer Dieter Krawert mit seiner mobilen Werkstatt.

Nachhaltige Eindrücke hinterließ die Corona Historica im Schatten der sich munter drehenden, bespannten Windmühlenflügel. Zuweilen richteten sich etwas ängstliche Blicke der Besucher auf den rot gekleideten Henker, der zu den zehn mittelalterlich gewandeten Darstellern aus der Zeit von 1000 bis 1500 n. Chr. zählte. Die Aufmerksamkeit richtete sich dabei vor allem auf seinen Galgen und allerlei Schandwerkzeuge.

Gefangen im Block-Pranger

Wie es sich anfühlt, in einem Block-Pranger gefangen zu sein, durfte sogar von einigen besonders mutigen Besuchern ausprobiert werden. Aber auch bei anderen mittelalterlichen Tätigkeiten, wie beim Bogen- und Armbrustschießen, konnten die kleinen und großen Sonntagsausflügler selbst aktiv werden.

Der Scherenschleifer hatte in seiner mobilen Werkstatt wieder viel zu tun. Regelmäßig schauen Hobbyköche, Hausmänner und Hausfrauen bei den allmonatlichen Mahl- und Backtagen vorbei, um ihre Messer und Scheren von Dieter Krawert wieder in einen scharfen Zustand versetzen zu lassen. „Der Scherenschleifer gehört stets zu den besten Frequenzbringern bei unseren Veranstaltungen“, erklärte Jan Petering, der stellvertretende Vorsitzende des Vereins zur Restaurierung und Erhaltung der Westhoyeler Windmühle.

WM-Brötchen

Zur Feier der Fußball-WM und des deutschen Sieges über Schweden gab es im Backhaus nach einer Idee von Beate Lückemeyer erstmals kleine Fußballbrötchen mit Mohn in der Form eines Fußballs. Die fleißigen Bäcker boten aber auch das beliebte Mühlenbrot, Platenkuchen und belegte Brote an. Eine Spezialität der Bäckermeister Christian Guder und Frank Kiehl war das Roggenmischbrot aus dem mit Buchenholz befeuerten Steinofen. Bei der feucht-kühlen Witterung fanden viele der Besucher immer wieder den Weg in die warme Backstube.

Den passenden Marmeladen-Aufstrich für die frischen, großenteils mit Windkraft gemahlenen Brote gab es am Stand von Susanne Fleer. Seinen Honig bot Reinhold Hellmann an. Karla Krug präsentierte Deko-Artikel und Elke Sabatin zeigte Keramikarbeiten. Die Sonntagsausflügler, die mit Autos, Fahrrädern, zu Fuß und mit Kutschen angereist waren, konnten sich von den Windmüllern bei Führungen auch die Technik des voll funktionierenden Wallholländers erklären lassen.


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