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25.06.2018, 14:50 Uhr KOMMENTAR

Stadt Melle und Kai Behncke verdienen Respekt

Kommentar von Simone Grawe

Ländliches Idyll in Westerhausen: Auf dem Gnadenhof Brödel von Kai Behncke haben Schafe, Ziegen, Ponys und mehrere Kleintiere ein Zuhause gefunden. Foto: Simone GraweLändliches Idyll in Westerhausen: Auf dem Gnadenhof Brödel von Kai Behncke haben Schafe, Ziegen, Ponys und mehrere Kleintiere ein Zuhause gefunden. Foto: Simone Grawe

Melle. Kai Behncke, Betreiber des Gnadenhofs Brödel, soll Stallungen und Bauwagen von seinem Gelände in Westerhausen entfernen. So verlangt es das Baugesetzbuch. Behncke möchte die Tierbeweidung erhalten und lässt die Sache juristisch überprüfen. Beide Seiten gehen fair miteinander um, das verdient Respekt, meint unsere Kommentatorin.

Ländliche Idylle contra Baugesetzbuch: Bei der Frage, ob die Tierbeweidung auf dem Gnadenhof Brödel gestattet ist, prallen zwei gegensätzliche Meinungen aufeinander. Die Stadt beruft sich auf geltendes Recht, wonach die Haltung von Schafen und Ziegen in einem allgemeinen Wohngebiet nicht zulässig ist und insofern Stallungen und Bauwagen zu entfernen sind. Das soll bis zum 1. September passieren – eine großzügige Frist.

Auf der anderen Seite Kai Behncke, der mit Blick auf das ländliche Kulturgut und das Einvernehmen der Nachbarn für den Erhalt des Gnadenhofes kämpft und als „Instrument lebendiger Demokratie“ eine juristische Prüfung herbeiführen will.

Die Auffassungen in der Sache sind konträr; die Art der Auseinandersetzung jedoch fair.

Das zeichnet das Verfahren aus. Dafür gebührt sowohl der Stadt als auch dem Betreiber des Gnadenhofs Respekt.


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