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Erstes Nest an Nemdener Straße Gift-Raupen haben Melle erreicht

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Gesmold. Der Eichenprozessionsspinner, dessen Raupen wegen ihrer nesselartigen Brennhaare für Allergiker gefährlich werden können, ist jetzt in Melle an der Nemdener Straße in Höhe des Ludwigsees gesichtet worden.

Dort handelt es sich um ein etwa handtellergroßes Nest des Eichenprozessionsspinners. Die zuständige Kreisverwaltung handelte schnell und stellte zunächst beidseitige Warnschilder auf. Sie weisen dort jetzt am Straßenrand auf die Raupen hin. „Wir verzeichnen aktuell 1200 Fälle im Nordkreis, im Süden sind es bisher deutlich weniger“, erklärte Landkreis-Sprecher Riepenhoff.

Für die Entfernung der Gespinste selbst hat sich Absaugen als ein probates Mittel herauskristallisiert. Kleinere Nester können bei entsprechender Schutzsausrüstung auch per Hand in Plastiktüten verfrachtet werden. Möglich – gerade bei massenhaftem Auftreten – ist auch der Einsatz von Pestiziden. Dagegen sprechen sich aber Umweltschützer unter Hinweis auf die anderen Methoden vehement aus. Da das Raupen-Nest an der Nemdener Straße direkt an einem Radweg liegt, will der Kreis dort bald aktiv werden. „Wir saugen das Nest nächste Woche ab“, erklärte Riepenhoff.

Augen offen halten

Der Eichenprozessionsspinner wurde nach Angaben von Stadtsprecher Jürgen Krämer bisher in städtischen Anlagen noch nicht gemeldet „Dennoch halten die Mitarbeiter der Stadtgärtnerei und des städtischen Baubetriebsdienstes ihre Augen offen, um bei einem möglichen Befall rasch reagieren zu können“,sagte er.

Außerdem bittet die Stadtverwaltung alle Bürger darum, nicht gekennzeichneten Befall mit dem Eichenprozessionsspinner dem städtischen Umweltbüro unter der Telefonnummer 05422/ 965-374 zu melden.

Jetzt Infobroschüren

Gleichzeitig hat die Stadt Informationsbroschüren zum Thema aufgelegt, die ab sofort im Info-Bereich des Stadthauses am Schürenkamp 16, im Umweltbüro am Schürenkamp 18 und im Rathaus am Markt 22 sowie in den Bürgerbüros Buer, Bruchmühlen, Riemsloh, Neuenkirchen, Wellingholzhausen und Gesmold erhältlich sind. Nach der vorübergehenden Schließung des Bürgerbüros Oldendorf liegen die Flyer dort ab Montag, dem 2. Juli, aus.

Raupendermatitis

Der Eichenprozessionsspinner ist eine Schmetterlingsart, die eine gesundheitliche Bedeutung für den Menschen hat: Die Gifthaare der Raupen können bei Berührung unangenehme Reaktionen hervorrufen.

Dazu zählen Hautirritationen wie starker Juckreiz (vor allem abends und nachts), Pusteln und Quaddeln sowie Atembeschwerden und Augenreizungen. Die Brennhaare können noch nach Jahren ähnliche Wirkungen erzielen. Mit jedem neuen Kontakt wächst die Empfindlichkeit, und die Reaktionsintensität steigt mit der Anzahl der Einzelkontakte stetig an.

Übrigens: Auch Haustiere reagieren empfindlich auf die Gifthaare. So können die Haare auf dem Fell von Hunden und Katzen haften bleiben und an den Menschen weitergegeben werden.


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