Schneeballschlacht und Robo-Attacken Ausprobiert: Die virtuellen Spielewelten im "Melly" in Melle

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In der Multiplayer-VR-Arena im Meller "Melly" können bis zu vier kleine und große Spieler in virtuelle Welten eintauchen. Foto: Karsten GrosserIn der Multiplayer-VR-Arena im Meller "Melly" können bis zu vier kleine und große Spieler in virtuelle Welten eintauchen. Foto: Karsten Grosser

Melle. In der Spielarena "Melly" in Melle tauchen Besucher in virtuelle Welten ab. Ein Angebot, das sich nicht nur an Kinder richtet, sondern auch an Jugendliche und Erwachsene. Wir haben die VR-Brillen aufgesetzt, uns mit Schneebällen beworfen und Roboterangriffe abgewehrt. Macht das Spaß? Ein Erlebnisbericht.

Draußen knallt die Sonne. 28 Grad Celsius. Wir treffen uns zur Schneeballschlacht. "Cold Clash" heißt das Spiel, das meine Familie und mich in den virtuellen Winter versetzt. Die Virtual-Reality-Brillen blenden die reale Umgebung komplett aus und imitieren vor unseren Augen eine Landschaft aus Schnee und Eis. Wir werden Teil einer animierten Welt, in der watschelnde Pinguine Kisten mit Geldmünzen tragen, andere Pinguine mit Schneekanonen auf uns schießen und ein Yeti sein Unwesen treibt. Uns bleiben acht Minuten Zeit, so viele Münzen wie möglich zu sammeln. Wer am meisten einsackt, gewinnt.

Eine Animation, die im "Melly" auf einem Fernseher gezeigt wird, gibt einen Eindruck davon, in welche Welt die Spieler bei "Cold Clash" abtauchen. Foto: Karsten Grosser

Eine virtuelle Schneeballschlacht

Mit dem Controller in der Hand ziele ich auf all die Münzen, die ich in der Landschaft entdecken kann. Mit jedem Druck auf den Knopf feuere ich einen Schneeball aus einer Schneekanone ab. Treffer! Senke ich meinen Blick, sehe ich, wie der Punktezähler fleißig addiert. Wo ist noch mehr zu holen? Ich drehe mich, suche die Gegend ab, ballere Schneebälle auf die Pinguine. Die Kisten zerbersten, Münzen springen umher. Ich haue mit dem Controller auf einen virtuellen Richtungsanzeiger, um mit meinem Hovercraft in die entsprechende Richtung zu gleiten.


Über die Kopfhörer höre ich: "Hey, nicht immer bei mir!" Meine Frau beschwert sich über meinen zehnjährigen Sohn, der sie ständig mit Schneebällen attackiert und so Punkte klaut. Plötzlich sinkt auch bei mir der Zählerstand. Ich drehe mich um und sehe die animierte Figur meines Sohnes, der nun mich ins Visier genommen hat. Revanche! Doch er versteckt sich auf seinem Hovercraft. Geschickt! Er lacht. Dann sind die acht Minuten vorbei. Und gewonnen hat: meine 15-jährige Tochter. Hut ab!

In der realen Welt haben die Spieler einen Controller in der Hand. In der virtuellen Welt wird beim Spiel "Cold Clash" daraus eine Kanone, die Schneebälle abfeuert. Foto: Karsten Grosser

Einwandfrei funktionierende Technik

Bis zu vier Personen können gleichzeitig miteinander oder gegeneinander spielen. Haben sie erst einmal die VR-Brille aufgesetzt, blenden sie die Realität vollständig aus. Die Technik funktioniert einwandfrei und ermöglicht wahrlich ein Eintauchen in eine andere Welt. Faszinierend! Einen fast sechsstelligen Betrag habe er in diese Anlage in der Meller "Frank & seine Freunde Spielarena" investiert, sagt Dirk Mönning. Der Emsdettener vertreibt in Deutschland die Multiplayer-VR-Arenen der Münchener Firma Hologate, nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei kompakten Virtual-Reality-Plattformen. Bislang gebe es erst vier Anlagen hierzulande, bis Jahresende sollen es zehn sein. Die in Melle ist die erste in Niedersachsen. Standorte weltweit sind zum Beispiel Shanghai, Melbourne und São Paulo.

Dirk Mönning bekämpft Aliens im Spiel "Simurai". Der Controller wurde dazu äußerlich in eine Waffe verwandelt. Foto: Karsten Grosser

Verlängerte Öffnungszeiten für Jugendliche, Erwachsene und Firmen

Kindermusiker Frank Acker, der die Spielarena im Maschweg betreibt, möchte mit dem VR-Angebot nicht nur Kinder ansprechen, welche die eigentliche Zielgruppe darstellen. Sondern auch Jugendliche und Erwachsene, Teams, Cliquen und Firmen. Speziell für dieses Publikum will er das "Melly" ab dem 28. Juni, dem ersten Tag der Sommerferien, auch zunehmend abends bis 22 Uhr geöffnet lassen. Die hintere Halle mit den Trampolinen und der Kletteranlange für kleinere Kinder würde dann ab 19 Uhr geschlossen werden. Und der Preis? Ein achtminütiges Spiel kostet pro Person fünf Euro ohne zusätzlichen Eintritt. Wer Eintritt entrichtet hat, zahlt drei Euro pro Person und Spiel. 

Dirk Mönning und Frank Acker verfolgen auf einem Fernseher das virtuelle Spielgeschehen. Foto: Karsten Grosser

Drohnen, Mech-Spinnen und ein Drache

Ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene dürften vor allem am Spiel "Simurai" Gefallen finden. In der kooperativen Variante verteidigen alle zusammen ihre Basis auf dem gleichnamigen Planeten gegen Roboter. Vor dem Start wird aus dem Controller äußerlich eine Waffe. Los geht's. Wir sind wieder zu viert. Jeder deckt eine Ecke der Basis ab. Drohnen nähern sich. Feuer! Immer wieder. Treffer. Nachladen. Den nächsten Gegner ins Visier nehmen. Von rechts krabbeln Mech-Spinnen heran. Die Kommunikation über Mikro und Kopfhörer wird hektisch. Ich wende mich von links nach rechts. Von rechts nach links. Stoße mit der Waffe plötzlich gegen eine Wand. Oops. Die war echt und gehörte nicht ins Spiel. Schritt zurück. Drehe den Kopf. Uaah! Blitzartig ducke ich mich. Gerade noch rechtzeitig. Ein riesiger Drache fliegt über unsere Basis hinweg. Wow! Adrenalinstoß. Acht Minuten kommen mir wie eine Viertelstunde vor. Ich schwitze. Vor Anstrengung. Ausscheiden kann niemand, Erfolge werden in Punkten gemessen. Welch cooles Erlebnis! 

Bei "Simurai" verteidigen die Spieler ihre Basis gegen Drohnen und andere Roboter. Zuschauer können das Geschehen auf dem Monitor verfolgen. Foto: Karsten Grosser

Miteinander oder gegeneinander?

Aber: Kann das langweilig werden? Der Schwierigkeitsgrad hänge vom Können der Spieler ab, sagt Mönning. Je besser die Gruppe agiere, desto schwieriger würden die Aufgaben, desto mehr Gegner tauchten auf. Zudem gebe es unterschiedliche Modi. So könnten bei "Simurai" auch Teams gegeneinander spielen. Zukünftig sei sogar eine eigene eSports-Liga denkbar, in der vernetzte Menschen überall auf der Welt gegeneinander in verschiedenen Spielen antreten könnten.


In Melle können die Besucher bislang aus den beiden genannten Spielen auswählen. Im Herbst soll der Shooter "Zombyte" hinzukommen. Und wer nicht gerade in der virtuellen Realität unterwegs ist, hat seinen Spaß auch beim Zugucken. Einerseits, weil das Geschehen in der Spielewelt auf einem Monitor übertragen wird. Und andererseits, weil es in der Wirklichkeit überaus lustig aussieht, wenn die Spieler scheinbar desorientiert Pirouetten drehen oder sich urplötzlich auf die Erde knien ...


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