Mehr Handwerk als Kreativität gefragt Gefragte Mediengestalter-Ausbildung bei Flex-Punkt in Melle

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Stimmen die Farben? Jessica Brenes und Dennis Timmermann überprüfen, ob die Vorgaben eingehalten wurden.Foto: MartensStimmen die Farben? Jessica Brenes und Dennis Timmermann überprüfen, ob die Vorgaben eingehalten wurden.Foto: Martens

Wellingholzhausen Jessica Brenes und Dennis Timmermann sind seit August 2017 als Auszubildende bei der Firma Flex-Punkt Druckformen in Wellingholzhausen angestellt. Sie werden Mediengestalter mit dem Schwerpunkt Gestaltung und Technik. Bei dieser Lehre stehen Handwerk und Technik im Vordergrund, nicht Kreativität und Gestaltung.

Zum Start ihrer Ausbildung haben Jessica Brenes und Dennis Timmermann erst einmal alle Abteilungen ihres Ausbildungsbetriebes kurz kennengelernt, nun folgt die Vertiefung. Aktuell sind die beiden in der Reprografie (Repro), später folgt das Layout.

Zubehör für Druckmaschinen

„Wir bereiten Druckdaten auf, die später einmal Verpackungen werden“, erklärt Brenes ihre Aufgabe. Endprodukte der Firma Flex-Punkt Druckformen seien jedoch nicht die Verpackungen selbst, sondern Zubehör für die Druckmaschinen. „Unser Schwerpunkt ist der Flexodruck, wir stellen Druckformen aus Polymer und Gummi für die Druckereien her“, sagt Ausbilderin Nicole Menzel, die zusammen mit Wiebke Wehrmeyer die angehenden Mediengestalter betreut.

In der Repro, einem Teilbereich der Druckvorstufe, müssen Brenes und Timmermann vor allem Bilder bearbeiten, Daten kontrollieren und den Input für den Druck aufbereiten. Ihr Augenmerk liegt dabei auf den Farben, diese müssen exakt den Vorgaben des Kunden entsprechen. Zur Orientierung dienen eine Farbvorlage sowie unter anderem Kennlinien, Steuerstreifen und Passkreuze. Denn nur wenn sämtliche Maschinen- , Druck- und Materialparameter optimal aufeinander abgestimmt sind, wird das Druckergebnis später wie gewünscht. „In der Arbeitsvorbereitung kommen dann alle Produktschritte – wie Layout und Repro – zusammen“, berichtet Timmermann. Hier würden beispielsweise die einzelnen Verpackungsmotive platziert. Dies geschieht so, dass diese auf der fertigen Druckform später „endlos“ auf große Papierbögen gedruckt werden können.

Ausgeprägtes Vorstellungsvermögen

Was muss man für diese Arbeit mitbringen? Ein ausgeprägtes Vorstellungsvermögen kann nicht schaden, eine Rot-Grün-Schwäche hingegen ist ein K.-o.-Kriterium. „Ich glaube, sonst kann man alles lernen. Lernbereitschaft ist wichtig“, sagt Brenes, und Menzel meint: „Wir haben einen schnelllebigen Beruf, da muss man immer auf dem Laufenden bleiben und offen für Neues sein.“ Timmermann ergänzt: „Eine Voraussetzung ist ein bisschen technisches Wissen und Verständnis.“ Außerdem nennen die drei Eigeninitiative, einen sicheren Umgang mit dem Computer sowie eine gewisse Begabung, sich in Programme einzuarbeiten als Voraussetzungen. „Wer viel Bewegung haben muss, für den ist der Beruf nichts. Wir müssen lange und konzentriert an einem Projekt und am Computer arbeiten“, sagt Brenes. Ein Ziel der Ausbildung wiederum sei ein geschultes Auge für Farben.

Beim Beruf des Mediengestalters gibt es verschiedene Richtungen und Schwerpunkte. „Im Vorstellungsgespräch wurde mir sehr deutlich gesagt, dass ich hier nicht sehr kreativ arbeiten werde“, so Brenes, die eigentlich „immer etwas Kreatives“ machen wollte. Während der Ausbildung zur Gestaltungstechnischen Assistentin an den Berufsbildenden Schulen in Osnabrück merkte sie jedoch, dass sie letztendlich lieber in eine „technische Richtung“ gehen wollte.

Wertschätzung für Azubis

„Ich dachte damals an die Arbeit in einer Druckerei und habe durch einen großen Zufall Flex-Punkt entdeckt.“ Auch ihr Kollege hat vor der dualen Ausbildung bereits eine „Schulausbildung zum Mediengestalter“ gemacht. „Doch mir fehlte die praktische Erfahrung“, so Timmermann, der vom Jobcenter auf die Stellenausschreibung von Flex-Punkt Druckformen aufmerksam geworden war. Beide Azubis möchten die Ausbildung im Wellingholzhausener Unternehmen klassisch in drei Jahren absolvieren und nicht verkürzen.

An ihrem Ausbildungsunternehmen gefällt Brenes: „Wir werden hier als Azubis wertgeschätzt, gefordert und immer gefragt, wie wir klarkommen.“ Sie habe im Gegensatz dazu den Eindruck, dass „Azubis in großen Firmen oft untergehen“. Nicht so bei Flex-Punkt: „Ich fühle mich hier sehr gut aufgehoben, der Chef redet oft mit uns, und letztens hatten wir ein Azubi-Frühstück mit ihm.“ Außerdem werde versucht, die Auszubildenden mit auf Außer-Haus-Termine zu nehmen, erklärt Menzel. „Bei uns darf jeder individuell sein, und jeder ist wichtig für das Team.“


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