„Etwas Vorbildliches“ Meller Rat verabschiedet Antrag zur Vermeidung von Pestiziden

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Ohne Wildblüten keine Insekten, und ohne Insekten keine Singvögel.Archivfoto: Ulrike HavermeyerOhne Wildblüten keine Insekten, und ohne Insekten keine Singvögel.Archivfoto: Ulrike Havermeyer

Melle. Bei der aktuellen Ratssitzung im Forum war es der vorletzte, aber sicher nicht der unwichtigste Tagesordnungspunkt: Der von Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und der UWG gemeinschaftlich gestellte Antrag zum Bundesprogramm „Biologische Vielfalt, Menschen Vögel und Insekten schützen“ wurde einstimmig angenommen.

Der Antrag sieht unter anderen einen Verzicht des Einsatzes von chemisch-synthetischen Pestiziden auf allen kommunalen Flächen vor. Zudem sollen die Pächter bei der Neu-verpachtung kommunaler Flächen aufgefordert werden, auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu verzichten. Daneben verpflichtet sich die Stadt, wie in der Vergangenheit schon mehrfach geschehen, Bienen- und insektenfreundliche Blühflächen und Projekte zu initiieren.

Insekten abgetötet

Private Firmen mit kommunaler Mehrheitsbeteiligung sollen zur pestizidfreien Bewirtschaftung aufgefordert werden. Hintergrund: Für viele Tier- und Pflanzenarten im städtischen Raum sind Pestizide ein Verhängnis. Denn durch deren Anwendung werden nicht nur die unerwünschten Wildkräuter und Insekten beseitigt, sondern auch die nützlichen Honig- und Wildbienen sowie Schmetterlinge und Fledermäuse.

Während Karin Kattner-Tschorn für die SPD-Fraktion ihre Zustimmung signalisierte, Johannes Marahrens (FDP) anmerkte, dass es zwar ein Pflanzenschutzgesetz, aber kein Pestizidgesetz gebe, und Michael Wesseler für die CDU kritisierte, dass durch den Antrag die Landwirtschaft diskreditiert werden könne, beurteilte die Grüne Silke Meier als „Schritt in die richtige Richtung“. In der abschließenden Abstimmung wurde der Antrag trotz einzelner Einwände einstimmig verabschiedet.

„Hier haben Stadt und Politik etwas Vorbildliches auf den Weg gebracht“, stellte stellvertretend der Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt- und Klimaschutz, George Trenkler, fest.


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