Job hat immer Freude bereitet Meller Präventionsbeauftragte geht in den Ruhestand

Von Simone Grawe

Der Beruf hat ihr nur Freude bereitet: Präventionsbeauftragte Annette Fangmeyer geht zum Monatsende nach 43 Jahren im Polizeidienst in den Ruhestand. Foto: Simone GraweDer Beruf hat ihr nur Freude bereitet: Präventionsbeauftragte Annette Fangmeyer geht zum Monatsende nach 43 Jahren im Polizeidienst in den Ruhestand. Foto: Simone Grawe

Melle. Sie ist das Gesicht der Meller Polizei, wenn es um Prävention geht: Annette Fangmeyer dürfte vielen Bürgern bekannt sein. Am Monatsende geht die 62-Jährige nach 43 Jahren im Polizeidienst in den Ruhestand.

„Der Abschied tut richtig weh, aber ich freue mich auf die Pensionierung“, betont die Kriminalhauptkommissarin im Gespräch mit unserer Redaktion. Nur noch wenige Arbeitstage liegen vor ihr, bevor sie am 28. Juni die letzte Ferienpass-Aktion absolviert, um sich dann zwei Tage später im Kreis der Kollegen aus dem aktiven Dienst zu verabschieden.

Vom Kindergarten bis zu den Senioren – die Arbeit von Annette Fangmeyer ist sehr facettenreich: „Das Schöne ist, mit allen Generationen zu arbeiten. Ich habe sehr viele nette Menschen kennengerlernt, auch einige weniger nette, aber ich muss sagen, dass mir der Beruf immer Freude bereitet hat“, bilanziert die 62-Jährige.

Gerade die Arbeit mit Kindern sei immer wieder spannend. Besucht eine Kindergartengruppe oder Schulklasse die Polizei, gibt es zunächst mal einen Einblick in die Wache und in die Gefängniszelle: „Auf die Frage: Was gibt es hier zu essen? antworten fast alle Kinder ‚Wasser und Brot, als wären wir noch im Mittelalter‘“, schmunzelt Annette Fangmeyer.

Sie hat beobachtet, dass es längst nicht mehr so viele Berührungsängste gibt wie noch vor 20 oder 30 Jahren. So plappern viele Kids unentwegt, wenn sie Handschellen, Pistolen, Blaulicht, Funkgeräte, Gasmaske, Absperrband oder Blinklichter vorführt.

Daneben zählen Besuche in Schulen im Rahmen des Sachkundeunterrichts oder Alkoholprävention zum Aufgabengebiet, ebenso wie Visiten in Berufsschulen oder Fahrschulen.

Im Fokus steht ferner der Einbruchschutz oder die Aktion „fit im Auto“, die sich an die ältere Generation richtet. So können sich interessierte Rentner bei der Polizei melden, um an einem Fahrsicherheitstraining teilzunehmen: „Das wird super angenommen“, berichtet Annette Fangmeyer.

Als sie 1975 mit der Ausbildung bei der Kripo in Hannoverschmünden begann, war sie so etwas wie ein kariertes Maiglöckchen: „ Denn Frauen in Uniform gab es seinerzeit noch nicht“. Das unterstreicht nicht zuletzt die Quote von 40 weiblichen Polizistinnen im Verhältnis von 1000 männlichen.

Nach Stationen in Uelzen und Lingen wechselte die ausgebildete Kriminalbeamtin 1980 nach Osnabrück, absolvierte einen Kommissarslehrgang und begann 1985 ihren Dienst in Dissen. Seit 1998 ist sie in Melle tätig. In der Zeit von 1983 bis 2003 arbeitete sie im Betrugsdezernat, wollte dann aber mit Inkrafttreten der neuen Polizeireform etwas anderes machen: „Das Thema Prävention hat mich gereizt“, bekennt Annette Fangmeyer, die letztlich 2005 in das entsprechende Ressort wechselte, wo sie bis heute arbeitet.

Hund und Gartenarbeit

Am Monatsende ist nun Schluss. Dann werden Handschellen, die schusssichere Weste, andere Utensilien und die Uniform gegen ein Hundehalsband und Gartengeräte ausgetauscht: „Zu Hause muss unser Junghund erzogen werden, außerdem wartet ein großes Haus und ein großes Grundstück auf mich. Das alles macht sehr viel Arbeit“, meint Annette Fangmeyer. Der Ruhestand soll allerdings nicht nur mit Arbeit ausgefüllt werden. Vielmehr möchte sie mit ihrem Lebensgefährten auch verreisen.

Auch die Nachfolge steht unterdessen fest. Die vielfältigen Aufgaben der Präventionsarbeit übernimmt Stefanie Duhme. Die Mellerin hat ihr Büro im zweiten Obergeschoss der Dienststelle bereits bezogen.


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