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13.06.2018, 17:28 Uhr KOMMENTAR

Testphase für Minirechner an Riemsloher Grundschule

Kommentar von Kirsten Muck

Mithilfe des Minicomputers Calliope lernen Grundschüler in Riemsloh das Programmieren. Foto: Kirsten MuckMithilfe des Minicomputers Calliope lernen Grundschüler in Riemsloh das Programmieren. Foto: Kirsten Muck

Riemsloh. Wie man einen Computer bedient, wissen die meisten Grundschüler. Wie man ihn programmiert, wissen die Wenigsten. Dieses Fachwissen soll nach und nach auch in Grundschulen vermittelt werden. Obwohl Bildungsexperten das Unternehmen Calliope kritisieren, weil es von Google unterstützt wird, hat das Land Niedersachsen ein Pilotprojekt mit dem Minicomputer Calliope in Grundschulen gestartet. Auch in Riemsloh wird der Minirechner getestet. Das wurde auch höchste Zeit, meint unsere Kommentatorin.

Das deutsche Bildungssystem ist bekanntlich etwas behäbig, wenn es um Neuerungen geht. Lange schon predigen Politiker die Digitalisierung der Schulen. Die Umsetzung lässt vielerorts auf sich warten. Nun startet die Grundschule in Riemsloh mit dem Calliope-Projekt, gefördert vom Land Niedersachsen – und ermöglicht den Drittklässler schon jetzt eine Grundbildung in Informatik, die über die herkömmlichen Inhalte des Computerunterrichts hinausgeht. In der Hoffnung, dass die Schüler endlich auch ein Verständnis für die Funktionsweise von Computern entwickeln. Das Wischen auf dem Handydisplay und Zocken an der Playstation trägt nicht unbedingt zum tieferen Verständnis der Materie bei.

Ob dieses Verständnis nun mit einem Calliope oder einem anderen Computer geschult wird, ist erst einmal nebensächlich. Hauptsache, die Schulen gehen den Schritt in Richtung einer fundierten Informatikausbildung. Und dafür müssen sie unterschiedliche Produkte testen. Das Land hat sich also für ein Pilotprojekt mit dem Calliope entschieden. Am Ende der Testphase im Sommer 2019 werden die Karten neu gemischt. Dann könnten auch Kritiker des von Google unterstützten gemeinnützigen Unternehmens ihre Einwände geltend machen. Bis dahin sollen die Grundschüler möglichst viel testen, ausprobieren und entdecken. Die kindliche Neugierde ist da, und die Ausstattung zum Glück ebenfalls.


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